Die Europäische Union zeigt dem US-Tech-Giganten Google wegen Wettbewerbsverzerrung die Zähne, jedenfalls ein bisschen. Die 890 Millionen Euro Strafe, in Brüssel spricht man stolz von „Rekordstrafe“, zahlt der Mutterkonzern natürlich aus der Portokasse. Die Alphabet Inc. hat im vergangenen Jahr über 400 Milliarden Dollar umgesetzt. Das sind die Dimensionen, in denen man den Wettbewerb zuungunsten Europas verzerrt hat.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Strafe ist dennoch der richtige Schritt, auf den weitere folgen müssen. Alphabets Marktmacht lässt Mitbewerbern kaum Luft, und wer als Anbieter im Google-Algorithmus nicht durchdringt, kann sein Geschäft oft vergessen. Das trifft Europas Handel, die Tourismusbranche, auch Medien. Dabei schadet Google dem freien Markt nicht nur durch seine Systematik oder den dominanten Play Store, um den es jetzt konkret ging.
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Alphabet erdrückt den Markt mit seiner schieren Größe, der konkurrenzlosen Investitionskraft und fast 200.000 Mitarbeitern. Europa hat dieser Macht – auch durch eigene Innovationsschwäche selbst verschuldet – nichts Vergleichbares entgegenzusetzen.
Trotz möglicher Rache Trumps: Brüssel sollte durchhalten
Jetzt wartet die EU auf die Rache Trumps, der die Zollkeule schon bereitgestellt hat, um Google, Amazon und Co. zu verteidigen. Das kann leider für uns alle teuer werden, aber Brüssel ist gut beraten, diesmal durchzuhalten.

Der Digital Markets Act, auf dem die Buße juristisch fußt, ist kein Anti-Google- oder Anti-Trump-Gesetz und muss verteidigt werden. Es geht um fairen Wettbewerb, und dessen Wiederherstellung müssen wir uns notfalls etwas kosten lassen.






