In vielen Ländern werden Soziale Netzwerke inzwischen als Gefahr für Kinder und Jugendliche bewertet. Nur: Welche Schlüsse man daraus zieht, ist bisher sehr unterschiedlich. Australien gilt mit seinem Social-Media-Verbot als Vorreiter: Seit dem 10. Dezember 2025 dürfen unter 16-Jährige Plattformen wie Snapchat, Tiktok und Co. nicht mehr nutzen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Forschende zeigen sich jedoch ein Dreivierteljahr nach Inkrafttreten ernüchtert. Die Plattformen scheitern an der Altersabfrage, Jugendliche halten sich nicht an das Verbot, Eltern und ältere Geschwister helfen teilweise bei der Umgehung. Eine im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichte Studie bestätigt, dass über 85 Prozent der unter 16-Jährigen auf den Plattformen aktiv bleiben. Die tägliche Bildschirmzeit veränderte sich mit durchschnittlich 2,5 bis 4 Stunden kaum.

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Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will in Deutschland ebenfalls eine Altersbegrenzung für die Social-Media-Nutzung einführen. Einen Entwurf dafür will sie bis Jahresende ausarbeiten. Prien bevorzugt eine EU-weite Regulierung, da Digitalpolitik primär in Brüssel gestaltet wird. Im Zweifel wäre Prien aber auch für einen nationalen Alleingang offen. Nur: Was kann Deutschland bei der Umsetzung von Australien lernen? Wobei hat Down Under nachgebessert? Was sagen australische Kinder und Jugendliche heute dazu?

Die freie Korrespondentin Barbara Barkhausen arbeitet für die Zeitungen der FUNKE Mediengruppe aus Sydney, wo sie seit 25 Jahren lebt. In einem Video-Interview wird sie Ende August vom aktuellen Stand des Social-Media-Verbots in Australien berichten und Ihre Fragen beantworten. Senden Sie sie uns bis zum 17. August an fragen@funkemedien.de zu.