Am Abend des 25. Juli fährt im Berliner Tiergarten eine Person mit einem Minivan in eine Menschenmenge beim Christopher Street Day. Der Täter flüchtet, die Polizei beginnt mit der Fahndung. Später veröffentlichen die Ermittler Informationen zum und ein Bild des mutmaßlichen Täters: Abdul Ballout.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Doch zu dem Zeitpunkt liegt der Fokus von vielen Nutzerinnen und Nutzern der sozialen Medien bereits auf jemand anderem als dem mutmaßlichen Täter: Abdul Malik – der aber unschuldig ist.
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Falsche Anschuldigungen: Abdul Malik gerät nach CSD-Attentat ins Visier
Dennoch wird im Internet wild spekuliert über die Tat und den Täter. Auch die Berliner FDP-Politikerin Karoline Preisler befeuert die Debatte, dass es sich bei Abdul Malik um den mutmaßlichen Täter handeln soll – wenngleich sie seinen Namen nie nennt. Das betont sie auch gegenüber unserer Redaktion: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen Unbeteiligten, konkret Herrn Abdoul M., des CSD-Terroranschlags beschuldigt“, so Preisler.
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Malik erfährt von dem Anschlag und den Vorwürfen gegen ihn erst am Morgen danach und ist zutiefst schockiert: Auf X habe er „plötzlich mein eigenes Gesicht gesehen und gemerkt, dass mir diese Tat eiskalt angehängt wird“, berichtet er gegenüber unserer Redaktion.
Obendrein wird Malik im Internet beschuldigt, er sei aus Deutschland abgeschoben worden und nur für das Attentat zurückgekehrt. Richtig ist, dass Malik eine Abschiebung und seinen Weg zurück nach Deutschland für seine Tiktok-Videos inszeniert hat. Ein Experiment, wie er selbst sagt, um zu sehen, wie andere User reagieren. Und was auch zur Geschichte gehört: Der junge Mann postete vor allem auf Tiktok teils frauenfeindliche und andere problematische Inhalte. Zu einem Islamisten macht ihn das jedoch nicht.
Anschuldigungen treiben Abdul Malik und seine Familie in Angst und Verzweiflung
Die Anschuldigungen treffen ihn tief: „Es ist die reinste Hölle und zerstört mein Leben von Minute zu Minute mehr.“ Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt er, dass es ihm psychisch extrem schlecht gehe. „Ich habe Todesangst vor der Zukunft. Ich weiß nicht einmal, ob ich jemals wieder in meinem Leben eine normale Arbeitsstelle finden kann oder ob mein Ruf für immer zerstört ist. Es belastet mich in wirklich jeglicher Hinsicht aufs Schwerste.“
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Auch seiner Familie gehe es sehr schlecht: „Es geht hier nicht mehr nur um Worte im Internet – meine Familie und ich schweben aktuell in absoluter Lebensgefahr. Wir können nachts nicht mehr schlafen, wir trauen uns kaum noch vor die Tür und schauen uns bei jedem Geräusch panisch um. Der Gedanke, dass jemand wegen dieser dreisten Lügen vor unserer Tür steht und meiner Familie oder mir etwas angetan wird, zerfrisst uns körperlich und mental vollkommen.“
Abdul Malik hat auf Tiktok bereits ein Video veröffentlicht, in dem er klarstellt, dass er nicht der Attentäter ist, und darum bittet, jegliche Verleumdungen zu melden: „Bis jetzt ist leider erschreckend wenig passiert: Die Videos sind immer noch im Netz, obwohl sie massenhaft gemeldet wurden. Ich wünsche mir von den Plattformen, der Politik und allen Menschen im Netz einfach nur Hilfe, um diese Verleumdung endlich komplett aus der Welt zu schaffen. Ich brauche diese Unterstützung, um überhaupt wieder eine Motivation zum Leben zu finden und dem Ganzen wieder einen Sinn zu geben, weil der psychische Druck aktuell kaum noch auszuhalten ist.“









