Wenn jetzt Familienministerin Karin Prien für den Zivildienst die Weichen stellt, dann dürften bei jungen Männern die Alarmglocken angehen. Denn das bedeutet auch: Eine allgemeine Wehrpflicht rückt näher. Offenbar lassen sich durch den neuen Wehrdienst nicht genügend Freiwillige rekrutieren, doch die sind angesichts der Bedrohung durch Russland und der geänderten Nato-Ziele nötig.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Abgesehen von dieser nüchternen Erkenntnis: Was bedeutet es für junge Männer an der Schwelle zum Erwachsensein, sich entscheiden zu müssen für einen Dienst an der Waffe oder einen Dienst an der Gesellschaft? Welche Möglichkeiten ergeben sich auch für Frauen? Dazu ein Blick auf die jungen Menschen, die mit Abitur und/oder abgeschlossener Berufsausbildung vor einer Entscheidung stehen, die das ganze weitere Leben beeinflusst. Soll es gleich reingehen in die 40-Stunden-Woche, ins Studium?

Viele junge Menschen haben Lust, sich einzubringen
Viele verschieben die Entscheidung mit einem sogenannten Gap Year, einer Auszeit, um Erfahrungen zu sammeln und Zeit zu gewinnen. Das kann die Weltreise (Work and Travel) oder ein Au-pair-Jahr sein. Doch auch der Dienst an der Gesellschaft ist durchaus beliebt, das zeigt die hohe Nachfrage nach einer „Bufdi“-Stelle (Bundesfreiwilligendienst). Jedes Jahr gibt es mehr Anfragen für ein Jahr im Krankenhaus, Pflegeheim, einer Kita oder im Kultur- und Sportbereich als Angebote. Was zeigt: Viele junge Menschen haben Lust, sich einzubringen.
Sollte es zu einer Wehrpflicht kommen, dann wird hoffentlich der zivile Ersatzdienst so gestaltet, dass nicht nur die jungen Leute von den Möglichkeiten profitieren, sondern auch die Gesellschaft gestärkt wird. Doch klar muss auch sein: Ein Zivi ist eine Ergänzung und kein Ersatz für ausgebildete Sanitäter, Sozialarbeiterinnen oder Altenpfleger. Denn, das hat die Ahrtal-Katastrophe gezeigt, im Ernstfall ist jede helfende Hand gefragt.




