Die Bundesregierung hat sich viel Zeit gelassen. Fast einen Monat liegt der versuchte Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf ukrainische Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig zurück. Obwohl schon damals viel dafür sprach, dass russische Stellen dahintersteckten, folgt erst jetzt die offizielle Reaktion: Deutschland sieht Moskaus Urheberschaft als bewiesen an. Das russische Generalkonsulat in Bonn wird geschlossen, der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt. Auf EU-Ebene sollen weitere Sanktionen forciert werden.
Fehlgeschlagene Drohnen-Attacke: Politisch ist sie für Moskau ein Erfolg

Die Reaktion ist angemessen. Beeindrucken wird sie Russlands Machthaber Wladimir Putin aber kaum. Er und seine Leute dürften alles, was jetzt beschlossen wurde, eingepreist haben. Der Versuch, in Leipzig geparkte Antonow-Maschinen zu zerstören, schlug zwar fehl. Politisch war das Unterfangen aus russischer Sicht dennoch ein Erfolg: So wie andere Anschläge oder Drohnen-Überflüge trägt es dazu bei, im Westen Angst und Unsicherheit zu schüren.

Dem aber dürfen die hiesigen Politiker niemals nachgeben. Es bleibt dabei: Wer Putin stoppen will, muss ihm immer neue Kosten für seinen mörderischen Krieg gegen die Ukraine und seinen versteckten Krieg gegen dessen Unterstützer auferlegen. Einknicken und Zurückweichen geht nicht. Nebenbei bemerkt: Vor allem in der deutschen Linken wird oft gesagt, es brauche eine diplomatische Kraftanstrengung und einen Interessenausgleich mit Russland, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Wer Flugzeuge auf dem Territorium eines dritten Staates in die Luft zu sprengen versucht, der will keinen Frieden – sondern den Krieg eskalieren.

