In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Manuela Schwesig kürzlich, dass sie zum Abschluss ihrer Joggingrunde immer einen bestimmten Song höre: „Eye of the Tiger“ von Survivor, bekannt aus dem Film „Rocky III“ von 1982. Sie habe dazu das Bild vor Augen, wie der Boxer Rocky Balboa, gespielt von Sylvester Stallone, für seinen Kampf trainiert und „diese tausend Stufen“ hochrenne.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der bisher schwerste politische Kampf der Manuela Schwesig endet am 20. September um 18 Uhr mit der Schließung der Wahllokale in Mecklenburg-Vorpommern. Dann wird sich zeigen, ob die 52-Jährige erneut als Siegerin über die Ziellinie geht. Es dürfte ein Fotofinish werden. Stand 11. September liegt ihr härtester Herausforderer, AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm, mit seiner Partei drei Prozentpunkte vor Schwesigs SPD. Es waren schon mal deutlich mehr. Schwesig hat Stück für Stück aufgeholt. Und sie ist bekannt für ihren starken Zielsprint. Das war schon 2021 so, als sie im Mai mit der SPD laut Wahlumfragen bei 23 Prozent dümpelte und sich dann unaufhaltsam nach vorne kämpfte. Am Ende gewann die SPD die Landtagswahl mit 39,6 Prozent und schrumpfte die zweitplatzierte AfD, die vier Prozentpunkte verlor.
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Mit nur 1,6 Millionen Einwohnern ist Mecklenburg-Vorpommern das drittkleinste Bundesland. Trotzdem werden sich am 20. September alle Blicke nach Schwerin richten. Für eine Fortsetzung der rot-roten Koalition aus SPD und Linkspartei wird es vermutlich nicht reichen. Schwesig müsste die Grünen mit in die Regierung holen. Doch laut aktueller Umfragewerte könnte es eng werden für die Öko-Partei. Sie liegt derzeit nur knapp über der Fünfprozenthürde. Doch Schwesig ist auch angetreten, um einen möglichen AfD‑Ministerpräsidenten zu verhindern. „Die Frau gegen Blau“ steht auf den Wahl-Trucks der SPD mit Schwesigs Konterfei, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind.
Manuela Schwesig: Die wichtigsten Infos zur SPD-Politikerin im Steckbrief
| Name | Manuela Schwesig |
| Geburtstdatum | 23. Mai 1974 |
| Amt | Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern |
| Partei | Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) |
| Parteimitglied seit | 2003 |
| Familie | verheiratet, zwei Kinder |
| Wohnort | Schwerin |
Manuela Schwesig: Herkunft, Ausbildung, Beruf, Familie – das Wichtigste zu ihrem Privatleben
Manuela Schwesig ist ein Kind der DDR. Sie wurde am 23. Mai 1974 als Manuela Frenzel in Frankfurt an der Oder geboren und wuchs mit ihrem Bruder in Seelow in Brandenburg auf. Mit 16 Jahren spielte sie eine kleine Rolle in dem DEFA-Jugendfilm „Verbotene Liebe“. 1992 machte sie in Seelow Abitur und trat in den gehobenen Dienst in der Steuerverwaltung des Landes Brandenburg ein. 1995 schloss sie ihre Ausbildung als Diplom-Finanzwirtin ab und wechselte 2000 an das Finanzamt in Schwerin. Dort arbeite sie als Steuerfahnderin. Bei einer Weiterbildung lernte sie ihren späteren Ehemann Stefan Schwesig kennen, den sie 2000 heiratete. Das Paar hat einen 2007 geborenen Sohn und eine Tochter (geboren 2016). 2010 ließ sich die zuvor konfessionslose Schwesig zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn taufen. Die Familie ist evangelisch-lutherischer Konfession.
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Im September 2019 gab Manuela Schwesig bekannt, dass bei ihr eine Brustkrebserkrankung festgestellt wurde. Am 12. Mai 2020 verkündete sie, die Krebstherapie gut überstanden zu haben und genesen zu sein. Anfang 2021 gab es noch einmal eine Nachbehandlung in einer Reha-Klinik. Über ihre Erkrankung und den Kampf gegen den Krebs hat Schwesig in einem Interview mit dieser Redaktion ausführlich gesprochen.
Manuela Schwesig in der SPD: Die wichtigsten Stationen ihrer Karriere
Manuela Schwesig hat nach ihrem Eintritt in die SPD 2003 eine steile Karriere in der Partei hingelegt. Sie gehörte zunächst dem Vorstand des SPD-Kreisverbandes Schwerin an, ab 2005 dem Vorstand der SPD Mecklenburg-Vorpommern. 2008 ernannte sie der damalige Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zur Ministerin für Soziales und Gesundheit. 2013 wurde sie zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Am 2. Juli 2017 übernahm sie von Erwin Sellering den Landesvorsitz, den dieser wegen seiner Krebserkrankung niedergelegt hatte. Am 4. Juli wurde sie zudem als Nachfolgerin Sellerings zur Ministerpräsidentin gewählt und führte zunächst eine rot-schwarze Koalition an.
Unterbrochen wurde ihre Karriere auf Landesebene, als sie 2013 als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für vier Jahre nach Berlin wechselte. Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Bundesvorsitzende führte sie, als eine der drei Vorsitzenden, von Juni bis September 2019 die Bundespartei kommissarisch.

Manuela Schwesig: Für welche Themen setzt sich die Politikerin ein?
In ihrem „MV-Plan“ für die Landtagswahl setzen sich Manuela Schwesig und die SPD für die Stärkung der Wirtschaft im Land und den Ausbau der Infrastruktur ein. Dafür sollen fast zwei Milliarden Euro investiert werden. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau der Häfen in Rostock, Sassnitz-Mukran und Lubmin. Der zivile und militärische Schiffsbau in Mecklenburg-Vorpommern soll gestärkt werden. Heimische Werften sollen finanziell unterstützt und notfalls gerettet werden.
Beim Thema Energie spricht sich Schwesig deutlich gegen den Bau neuer Kernkraftwerke im Land aus. Mecklenburg-Vorpommern dürfe nicht zum „Atomklo von Deutschland“ werden, betonte sie in einem TV-Duell mit ihrem Herausforderer von der AfD, Leif-Erik Holm. Stattdessen will die SPD-Landesvorsitzende erneuerbare Energien weiter fördern.
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Im Bereich Bildung und Soziales will die SPD mit Schwesig an der beitragsfreien Kinderbetreuung festhalten. Spitzenverdiener sollten ihren Beitrag über die Steuer leisten, betonte Schwesig auf Nachfrage. Schwesig will außerdem den öffentlichen Nahverkehr inklusive Rufbussen stärken. Sie macht sich zudem für Car- und Bikesharing stark. Das Radwegenetz soll ausgebaut werden, weitere Mittel sollen in den Schienenverkehr fließen. Für Schülerinnen, Schüler sowie Auszubildende soll es ein „MV-Jugendticket“ geben. Außerdem angedacht sind zinslose Darlehen für junge Menschen, die den Führerschein machen wollen.
Auch bei bundespolitischen Fragen meldete sich Schwesig zuletzt immer wieder kritisch zu Wort und rief die Bundesregierung zu einem Umsteuern auf. „Ich halte insbesondere die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für falsch“, sagte Schwesig in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Zudem drang sie auf einen Tankpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne.
Manuela Schwesig: Umstrittener Einsatz für Nord-Stream 2
In Bedrängnis geriet Schwesig 2022 nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Bis dahin hatte sie sich vehement für die russische Nord-Stream-2-Pipeline eingesetzt, die im vorpommerschen Lubmin endet. Als der Bau wegen angedrohter US-Sanktionen stockte, sollte eine vom Land gegründete Klimaschutzstiftung mit verdeckten Geschäften helfen, die Fertigstellung zu ermöglichen. Nach dem Beginn des Kriegs vollzog Schwesig eine Kehrtwende zugunsten der Ukraine. Einen Untersuchungsausschuss des Landtags zur Rolle der dubiosen Klimastiftung überstand sie unbeschadet.








![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

