Die USA haben erstmals öffentlich bestätigt, dass sie Waffen im Weltraum stationiert haben. US-Luftwaffenminister Troy Meink sagte bei einer Konferenz in Maryland, die Vereinigten Staaten verfügten über Waffen zur Kontrolle des Weltraums, die ihre Streitkräfte vor feindlichen Angriffen schützen könnten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Auch heute stellen wir sicher, dass wir bereit sind, den Herausforderungen sich wandelnder Bedrohungen überall dort zu begegnen, wo sie auftreten“, sagte Meink am Montag bei der jährlichen Air, Space and Cyber Conference. „Deshalb verfügen die Vereinigten Staaten nun über Weltraumkontrollwaffen, die in der Lage sind, die Streitkräfte gegen feindliche Angriffe zu verteidigen.“

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Die Aussage gilt als deutliches Signal an Russland und China. Beide Staaten haben ihre militärischen Fähigkeiten im Weltraum in den vergangenen Jahren ausgebaut. Die USA werfen ihnen unter anderem vor, offensive Technologien zu entwickeln und Manöver im Orbit zu erproben.

Welche Waffen die USA einsetzen, bleibt offen

Welche konkreten Systeme sich bereits im All befinden, ließ Meink offen. Auch wann die Waffen in die Umlaufbahn gebracht wurden, ist nach Angaben von ABC News und CNN nicht bekannt. Ein Sprecher der US Space Force erklärte gegenüber ABC News, die Fähigkeiten könnten auf Anweisung der zuständigen Einsatzkommandos sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden. „Die USA warnen seit 2007 vor russischen und chinesischen Waffentests und deren Einsatzbereitschaft“, sagte der Sprecher.

Nach Angaben der Space Force gehe es unter anderem darum, mögliche Angriffe auf US-Satelliten abzuschrecken. Der Weltraum sei inzwischen ein Kriegsschauplatz, hieß es weiter. Offene Kommunikation über die eigenen Fähigkeiten könne dazu beitragen, Fehlkalkulationen zu verhindern.

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Nach Informationen der „Washington Post“ könnte die Fähigkeit zur Weltraumkontrolle auch bedeuten, gegnerische Satelliten zu zerstören. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte der Zeitung unter Berufung auf die Bedingung der Anonymität, dies könne für den Fall vorgesehen sein, dass solche Satelliten amerikanische Streitkräfte oder US-Systeme angreifen.

Warum die US-Regierung gerade jetzt öffentlich über ihre Weltraumwaffen spricht, ließ Meink offen. Er sagte lediglich: „Es gibt viele Faktoren, die beeinflussen, wie wir über diese Dinge sprechen.“ Zugleich betonte er die Bedeutung der neuen Fähigkeiten für die Abschreckung. Die USA müssten ihre Vormachtstellung nicht nur in der Luft, sondern auch im Weltraum sichern, sagte der Minister.

Angriffe im All bergen Risiken

Satelliten spielen eine zentrale Rolle für die moderne Kriegsführung. Sie liefern unter anderem Daten für Navigation, Kommunikation und Aufklärung. Werden solche Systeme angegriffen, könnte das deshalb nicht nur militärische Folgen haben.

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Auch zivile Anwendungen wären potenziell betroffen. Satellitendienste werden etwa für Navigation, Kommunikation, Wetterbeobachtung und verschiedene Bereiche der Infrastruktur genutzt. Ein Konflikt im Orbit könnte zudem eine weitere Gefahr schaffen: Werden Satelliten zerstört, können zahlreiche Trümmerteile entstehen. Diese bewegen sich mit sehr hoher Geschwindigkeit und können andere Raumfahrzeuge beschädigen.

Welche Folgen ein solcher Konflikt haben könnte, zeigt auch die Sorge vor sogenannten Kaskadeneffekten im Orbit. Eine große Zahl von Trümmern könnte weitere Kollisionen verursachen und damit den Betrieb und Start neuer Raumfahrzeuge erschweren.

China und Russland fordern, Wettrüsten im Weltraum einzustellen

Chinas Außenministerium forderte am Dienstag, angesprochen auf die Einschätzung der Space Force von den USA, das Aufrüsten im All einzustellen. China setze sich konsequent für die friedliche Nutzung und die Wahrung der Sicherheit im Weltraum ein und lehne die Militarisierung des Weltraums ab, sagte Sprecher Guo Jiakun in Peking. 

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte vor Journalisten, Russland sei der Überzeugung, dass „der Weltraum frei von allen Waffen“ sein sollte. „Wir setzen auf ein umfassendes internationales Zusammenwirken, um weiter auf die komplette Entmilitarisierung des Weltraums hinzuarbeiten“, fügte er hinzu.

Seit Jahrzehnten warnen Sicherheitsexperten, dass der Erdorbit zum Kriegsschauplatz werden könnte. Der Grund ist die wachsende Abhängigkeit moderner Streitkräfte von Satelliten, etwa für Navigation, Kommunikation und Aufklärung. Angriffe könnten auch die zivile Kommunikation und andere, für die Weltwirtschaft entscheidende Systeme stören.

Mit dpa und afp