Barocke Musik, eine weitläufige Treppe im Kanzleramt, ein Mann, der gerade befördert wurde und sichtlich genießt, wo er angekommen ist: Die Szene aus der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ dauert nur wenige Sekunden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Doch sie reicht aus, um Philipp Amthor (33) zur Zielscheibe von Spott im Netz zu machen. Und das ausgerechnet in einem Jahr, in dem seine Partei einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen musste.
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Amthor sorgt mit Luxus-Büro für Spott und Kritik
Der CDU‑Politiker steigt in der Doku kurz nach seiner Beförderung zum Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit die Treppen im Kanzleramt hinauf. Auf dem Balkon seines neuen, auffällig geräumigen Büros lässt er sich einen Strandkorb aufstellen. Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media vergleichen die Größe des Büros mit einer Edeka-Filiale.

„Ja, das sieht doch super aus“, sagt er, als der Strandkorb vom Lieferanten ins Freie gerollt wird. Dann spricht er darüber, wie der Strandkorb ausgerichtet werden sollte. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen“, sagt Amthor.
Die Szenen sorgten in den sozialen Medien für Stirnrunzeln: Nutzerinnen und Nutzer warfen Amthor unter anderem feudale Manieren und Realitätsverlust vor. Angeschafft hat der CDU-Politiker, der aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, den Strandkorb auf eigene Kosten: Für die Bestellung, Anlieferung und den Aufbau seien „keine öffentlichen Mittel aufgewendet worden“, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage dieser Redaktion. Amthor habe den Strandkorb privat gekauft.

Nach Kritik an Strandkorb: Amthor zieht Konsequenzen
Dennoch lenkt er wenige Tage, nachdem die Szenen öffentlich werden, ein: Der viel diskutierte Strandkorb kommt wieder weg, teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Amthor nehme die kritische Diskussion sehr ernst und habe entschieden, dass der Strandkorb abtransportiert und zurück nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht werde.
Dagegen wirkt Ludwig XIV. wie ein bodenständiger Dude. #Amthor pic.twitter.com/LmtATR3L6P
— Christopher Pietsch (@Invictus1577019) 24. September 2026
Amthor selbst spricht in einer weiteren Szene über Glaubwürdigkeit in der Politik. Die komme zu Fuß, aber reite „mit dem Pferde“ davon. Einmal verloren, sagt Amthor, lasse sich Glaubwürdigkeit nur schwer wieder erarbeiten.
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CDU nach Wahlniederlage: Amthor warnt vor AfD-Gefahr

Wie ernst die Lage der CDU tatsächlich ist, zeigt die Doku an anderer Stelle deutlich unsentimentaler. Am Tag nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt sitzt derselbe Amthor sichtlich ernüchtert auf dem Rücksitz eines Wagens und warnt eindringlich vor der AfD: „Es geht für die CDU ums Ganze – und wir dürfen uns da über die AfD überhaupt keine Illusionen machen.“
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Amthors Karriere dürfte der Strandkorb-Moment aus der Doku dennoch kaum bremsen. Sein Verhältnis zu Kanzler und Parteichef Friedrich Merz gilt als eng, erst kürzlich hatte Merz ihn vom Digitalministerium ins Kanzleramt geholt. Zudem soll Amthor den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern zumindest kommissarisch übernehmen. Bleibt die Frage, wie es mit der Partei insgesamt weitergeht.
pau/tma






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

