Bei den US-Kongresswahlen am 3. November entscheidet sich, ob es tatsächlich zu einer „blauen Welle“ kommt, den Demokraten also ein deutlicher Sieg gelingt. Oder aber ob sich die Republikaner von Präsident Donald Trump behaupten können.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Aktuelle Umfragen zeichnen ein deutliches Bild: Die meisten Meinungsforscher sehen die Demokraten bei den Midterms vor Trumps Republikanern. Im Repräsentantenhaus dürften die Demokraten die Zurückeroberung gelingen. Im Senat sind zuverlässige Prognosen schwieriger: Dort wird derzeit künftig mit einer hauchdünnen Mehrheit für die Demokraten gerechnet.

An dieser Stelle erfahren Sie fortlaufend aktualisiert, welche Partei in den Umfragen führt und wie die Mehrheitsverhältnisse auf Grundlage dieser Umfragen in Senat und Repräsentantenhaus aussehen könnten.

Midterms 2026: Die wichtigsten Infos zu den US-Kongresswahlen auf einem Blick

DatumDienstag, 3. November 2026
Was wird gewählt?Kongress und viele weitere Ämter
Senat35 von 100 Sitzen
Abgeordnetenhausalle 435 Sitze

News aus den USA

Midterms 2026: Umfragen aktuell – wer führt?

Weil es bei den Midterms um Hunderte einzelne Wahlkreise geht, lässt sich ein landesweiter Trend kaum an einer einzelnen Person ablesen. Deshalb gilt der „Generic Ballot“ als zentraler Indikator für den Ausgang der Zwischenwahlen. Dabei werden gar keine konkreten Namen von Kandidatinnen oder Kandidaten abgefragt – stattdessen geht es nur um die generelle Parteipräferenz. Genau dadurch fungiert der „Generic Ballot“ als Stimmungsbarometer für das gesamte Land.

In den USA verschaffen verschiedene sogenannte Polling-Aggregatoren einen Überblick zu aktuellen Umfrageergebnissen. Sie zeigen auf Grundlage unterschiedlicher Gewichtungen den Durchschnitt jüngster Umfragen. Angezeigt wird dabei der Abstand der führenden Partei. Je größer der Vorsprung, desto wahrscheinlicher der Erfolg der angegebenen Partei.

AggregatorUmfrageergebis
Decision Desk HQDemokraten +8,0
FiftyPlusOneDemokraten +7,8
Silver BulletinDemokraten +9,6

Stand: 1. Oktober 2026

Midterms 2026: Sitze im Abgeordnetenhaus und im Senat

KammerDemokratenRepublikaner
Abgeordnetenhaus 234 Sitze201 Sitze
Senat51 Sitze49 Sitze

Stand: 1. Oktober, Quelle: Decision Desk HQ

US-Kongress: Das ist die Ausgangssituation

Aktuell verteilen sich die 100 Sitze im US-Senat wie folgt: Die Republikaner stellen 53 Senatorinnen und Senatoren, die Demokraten 45, hinzu kommen 2 Unabhängige (Bernie Sanders aus Vermont und Angus King aus Maine), die sich der demokratischen Fraktion anschließen. Dadurch ergibt sich eine Mehrheit von 53 zu 47 zugunsten der Republikaner, die somit die Kontrolle über Ausschussvorsitze und die Tagesordnung im Senat innehaben.

Das US-Repräsentantenhaus mit seinen 435 Sitzen setzt sich derzeit wie folgt zusammen: Die Republikaner halten eine knappe Mehrheit von 219 Sitzen, die Demokraten kommen auf 214 Sitze, hinzu kommen Vakanzen. Diese sehr knappe Mehrheit bedeutet, dass bereits einzelne Vakanzen oder Fraktionswechsel die Machtverhältnisse im Haus spürbar beeinflussen können.

Midterms 2026: Worum geht es bei den Kongresswahlen?

Der Ausgang der Kongresswahlen ist entscheidend für die Frage, ob US-Präsident Trump seine Gesetzesvorhaben verlässlich umsetzen kann – oder ob er oder sie mit Blockaden durch den Kongress zu kämpfen haben wird. Der aus Repräsentantenhaus und Senat bestehende Kongress mit Sitz im Kapitol in Washington ist für die Gesetzgebung zuständig, ist Herr über den Haushalt und kontrolliert die Exekutive. Hat die Partei des Präsidenten in beiden Kammern die Mehrheit, so kann der Staatschef seine Regierungsvorhaben in der Regel zügig auf den Weg bringen. 

Der Name von US-Präsident Donald Trump steht bei den Midterms nicht auf dem Wahlzettel. Der Ausgang der Kongresswahlen ist aber entscheidend für den weiteren Verlauf seiner Amtszeit.
Der Name von US-Präsident Donald Trump steht bei den Midterms nicht auf dem Wahlzettel. Der Ausgang der Kongresswahlen ist aber entscheidend für den weiteren Verlauf seiner Amtszeit. © AP/dpa | Julia Demaree Nikhinson

Fällt jedoch das Repräsentantenhaus an die Opposition, wird das Regieren deutlich schwieriger. Denn mit ihrer Mehrheit im Unterhaus kann die Oppositionspartei die Gesetzesvorhaben des Präsidenten blockieren und politische Konflikte auf die Spitze treiben. Da die Republikanische und die Demokratische Partei seit Jahren einen harten Konfrontationskurs fahren, werden politische Kompromisse kaum noch ausgehandelt.

Noch schwieriger wird es für den Präsidenten, wenn die Opposition in beiden Kammern die Mehrheit hat. Er wird dann innenpolitisch nicht mehr viel zustande bringen können. Allerdings kann der Präsident per Dekret zumindest in seiner eigenen Amtszeit noch Einiges bewegen. Auch kann er Vorhaben des Kongresses per Veto stoppen, das wiederum nur mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern aufgehoben werden kann.

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Wann finden die Kongresswahlen statt? Wer wählt? Wer wird gewählt?

Die Kongresswahlen finden alle zwei Jahre statt, entweder zeitgleich mit der Präsidentenwahl oder in der Mitte der Amtszeit des Präsidenten (deshalb auch Midterm-Wahlen). In diesem Jahr finden die Wahlen am 3. November statt.

Das US-Kapitol in Washington ist Sitz des US-Kongresses.
Das US-Kapitol in Washington ist Sitz des US-Kongresses.© AP/dpa | J. Scott Applewhite

Gewählt werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 35 der 100 Senatoren, also rund ein Drittel des Oberhauses. Abgeordnete werden für zwei Jahre gewählt, Senatoren für sechs Jahre.

bee/afp