Donald Trumps Triumphbogen bekommt neue, mächtige Gegner: Der Hauptstadtbezirk vorn Washington D.C. und der benachbarte Bundesstaat Virginia haben am Samstag gemeinsam Klage gegen das umstrittene Prestigeprojekt eingereicht. Sie wollen verhindern, dass die Regierung unmittelbar nach den Kongresswahlen Tatsachen schafft. Am 5. November könnten die Arbeiten beginnen, hatte das Weiße Haus verlauten lassen; obwohl Genehmigungen noch ausstehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der geplante Koloss wäre rund 76 Meter hoch und damit deutlich größer als das Vorbild: der Pariser Triumphbogen. Er soll am Memorial Circle zwischen Lincoln Memorial und Arlington National Cemetery entstehen. Trump präsentiert ihn als Monument zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten. Kritiker sehen darin ein Denkmal präsidialer Selbstverherrlichung.
„Illegales Eitelkeitsprojekt“
Virginias Generalstaatsanwalt Jay Jones spricht von „Trumps illegalem Eitelkeitsprojekt“. Sein Bundesstaat habe die „feierliche Pflicht“, die Würde dieses heiligen Ortes zu bewahren. Washingtons oberster Rechtsvertreter Brian Schwalb warnt vor „schweren, unmittelbaren und nicht wiedergutzumachenden Schäden” für den Hauptstadtbezirk und seine Bewohner.
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Die Gegenwehr reicht weit über Geschmacksfragen hinaus. Die neue Klage macht fehlende Zustimmung des Kongresses, Verstöße gegen Höhenbegrenzungen sowie unzureichende Umwelt- und Denkmalschutzprüfungen geltend. Drei Vietnam-Veteranen und ein Architekturhistoriker klagen bereits gegen das Vorhaben. Auch der Stadtbezirk Arlington County hat ein eigenes Verfahren angestrengt. Nun treten mit D.C. und Virginia zwei weitere Kläger auf, die konkrete Schäden für ihre Verwaltungen und Einwohner anführen können.
Soldatenfriedhof beeinträchtigt
Ein zentraler Streitpunkt ist der Verkehr. Der Kreisverkehr am westlichen Ende der Arlington Memorial Bridge verbindet Washington mit Virginia. Hier bewegen sich täglich Tausende Pendler, Touristen, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge. Arlington warnt, dass das Projekt diesen ohnehin stark belasteten Korridor zusätzlich verstopfen würde. Auch Transporte zum Soldatenfriedhof könnten beeinträchtigt werden. Für die Menschen vor Ort bedeutete die Baustelle über Jahre hinweg Belastungen; die Folgen reichten weit über das Baugrundstück hinaus.
Ebenso schwer wiegt der Eingriff in eine bewusst komponierte Erinnerungslandschaft. Die freie Sicht zwischen Lincoln Memorial und Arlington House auf dem Friedhofsgelände symbolisiert die Wiedervereinigung des Landes nach dem Bürgerkrieg. Nach Darstellung der klagenden Veteranen würde der Bogen diese Verbindung durchschneiden: Das einstige Wohnhaus des Südstaatengenerals Robert E. Lee wäre vom Lincoln Memorial aus nicht mehr sichtbar, der Gegenblick ebenfalls beeinträchtigt. Ausgerechnet ein Triumphmonument würde eine historische Geste der Versöhnung überragen.
Auch Ärger um Golfplatz
Hinzu kommt der Schattenwurf: Laut einer Modellrechnung der „Washington Post“ würde der Bogen im Jahresverlauf mehr als 75 000 Gräber zeitweise verschatten. Die Vorstellung, dass Trumps Ego-Monument die Ruhestätten von Kriegsteilnehmern buchstäblich überschattet, verschärft den Konflikt um Respekt und Erinnerung.
Überhaupt: Warum die Eile? Genau das fragte Bundesrichterin Tanya Chutkan am Freitag im Verfahren der Veteranen. Beim benachbarten East Potomac Golfplatz, auch so ein Renommier-Projekts Trumps, lässt Richterin Ana Reyes inzwischen untersuchen, ob Regierungsvertreter und Anwälte das Gericht über Umbaupläne in die Irre geführt haben. Der Vorgang zeigt, wie sehr das Vertrauen zwischen Regierung und Gericht beschädigt ist.

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Nach den Midterms steht deshalb mehr zur Entscheidung als ein Baubeginn. Gibt Trump nach, akzeptiert er eine gerichtliche Bremse oder zieht seine Regierung im Eiltempo durch die Instanzen? Oder versucht sie, wie schon beim Abriss des Ostflügels am Weißen Haus zugunsten eines Ballsaal-Neubaus, mit sofortigen Arbeiten vollendete Tatsachen zu schaffen? Die neuen Kläger wollen erreichen, dass die Antwort zuerst im Gerichtssaal fällt.











