CDU-Generalsekretär Tauber nennt AfD-Chef Höcke Rechtsextremist

Bürgel  Der CDU-Generalsekretär sieht seine Partei klar von der Alternative für Deutschland abgegrenzt und schließt eine Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl aus.

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU.

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU.

Foto: Tino Zippel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU im Bund, zeigte im Interview mit unserer Zeitung klare Kante gegen die Alternative für Deutschland (AfD).

„Populisten spielen eben immer nur mit Ängsten – sie bieten keine Lösungen an. Das sieht man ja auch in Thüringen sehr deutlich, wo sie einen Rechts­extremen an der Spitze dulden“, sagte Tauber über die Partei, die in Thüringen von Björn Höcke geführt wird. Tauber betonte, er finde es zynisch, dass sich AfD-Politiker mehr Flüchtlinge wünschten, weil sie davon profitierten. „Daran sieht man, dass es ihnen in Wahrheit nicht um unser Land geht, sondern darum, ihr parteipolitisches Süppchen zu kochen.“

Auch im Bundestag sei keine Zusammenarbeit mit der AfD geplant. „­Die CDU grenzt sich klar nach ganz links und nach ganz rechts ab. So werden wir es weiter halten“, sagte der Bundespolitiker, der in Bürgel (Saale-Holzland-Kreis) von Haustür zu Haustür zog, um für die bevorstehende Bundestagswahl um Stimmen zu werben. Überwiegend wohlwollend nahmen die Bürger diesen Hausbesuch zur Kenntnis. Trotz guter Umfragewerte wolle die Partei weiter großen Aufwand betreiben, um möglichst viele Wähler persönlich zu erreichen. Demut sei eine der wichtigsten christlichen Tugenden, weshalb die CDU um jede Stimme werbe, sagte der General­sekretär. Schließlich seien es noch sechs Wochen bis zur Wahl und auch externe Versuche wie in den USA oder Frankreich, durch Enthüllungen die öffentliche Meinung zu beeinflussen, nicht auszuschließen.

Kritik an Konzernchefs wegen Abgasaffäre

Unterdessen kritisiert Tauber die Führung der Automobil­konzerne, die Kunden in den USA besser stellen als in Deutschland. Allerdings weist er Vorwürfe zurück, die Politik habe sich beim Dieselgipfel von der Industrie vorführen lassen, indem Softwareupdates bei den Motoren reichen sollen.

„Wir dürfen nicht eine Technologie schlechtreden, in der wir nach wie vor führend in der Welt sind. Die Automobilindustrie ist für unser Land sehr wichtig“, warnte Tauber. Es sei eine zentrale Frage für unser Land, ob die Welt im 21. Jahrhundert noch deutsche Autos kaufe. „Da hängen viele Arbeitsplätze dran, gerade auch im Mittelstand.“

Dieselfahrzeuge werde es sicher noch längere Zeit geben. Er halte nichts von Jahresendzahlen wie 2030 oder 2040, zu denen keine Autos mehr mit Dieselmotoren mehr rollen dürfen, zumal der Ausstoß von Kohlendioxid geringer als bei anderen Motoren sei.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.