Mohring schwört CDU Weimarer Land auf 2015 ein

Apolda. Zum Neujahrsempfang der Christdemokraten Weimarer Land schwor der CDU-Kreis- und Landesvorsitzende Mike Mohring die 150 Anwesenden auf einen Marathon ein. Um den überstehen zu können, "müssen wir zusammenstehen".

Der Saal im Kulturzentrum Schloss Apolda war Samstag trotz der für die CDU neuen Oppositionsrolle im Land voll belegt. Foto: Dirk Lorenz-Bauer

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Eines steht nach Einschätzung des CDU-Kreis- und Landesvorsitzenden Mike Mohring fest: Ein 100-Meter-Sprint wird die sehr ungewohnte Oppositionsrolle für die Union in Erfurt nicht. Vielmehr schwor der Chef der stärksten Landtagsfraktion die 150 Anwesenden beim Neujahrsempfang der CDU Weimarer Land auf einen Marathon ein. Um den überstehen zu können, "müssen wir zusammenstehen", rief er Samstag in den Saal des Kulturzentrums Schloss Apolda hinein.

Überhaupt war bei Mohring viel von Vertrauen, gegenseitigem Akzeptieren und Annehmen im Sinne der christlichen Jahreslosung aus dem Römerbrief die Rede. Befürchtungen dass, wenn man sich rumdreht, jemand im Rücken ein Messer zückt, dürften einfach keine Rolle mehr spielen, meinte der starke Mann der Thüringer Union ungewohnt salbungsvoll.

Ausgerechnet die Ex-Ministerpräsidentin und CDU-Abgeordnete Christine Lieberknecht konnte die wärmenden Worte nicht hören. Sie war nach so manchem Tiefschlag zum Empfang nicht gekommen...

Abgesehen vom CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Selle redete am Pult also letztlich nur einer - Mohring. Der indes lobte auch die gute Zusammenarbeit von CDU, SPD und Landrat im Kreis. Beispiel: den Haushalt 2015 habe man pünktlich verabschiedet; und dessen erster Nachtrag inklusive Umlagensenkung von 367.000 Euro stehe schon vor der Tür. Dieses dank Zuweisungen von Bund und Land, "die der Kreis 1:1 an die Kommunen weiterreicht", betonte Mohring. Hans-Jürgen Häfner von der SPD zumindest zeigte sich am Wochenende irritiert, dass er von der Umlagensenkung durch die TA erfuhr.

Eingestiegen war Mohring in die Rede mit einem Rückblick: "Was für ein Jahr! - Mit schwierigen Herausforderungen." Bei der Kommunalwahl habe man top abgeschnitten, was Voraussetzung für gute Politik zugunsten des Weimarer Landes sei. Im Stadtrat Apolda habe man eine Partnerschaft mit den Freien Wählern begründet. Und nicht zuletzt sei man bei der Landtagswahl insoweit erfolgreich gewesen, als man auch die hiesigen Wahlkreise gewann. Sein Dank galt da auch den Wahlhelfern.

Dann wurde er grundsätzlich: Es gäbe keine bessere Legitimation, respektive Rückendeckung, als direkt vom Bürger gewählt zu werden, wie es der CDU landesweit mehrheitlich gelungen sei. Trotzdem sei in Erfurt jetzt "eine Koalition der Verlierer" an der Macht. Solches, rief Mohring unter Applaus, habe das Land nicht verdient.

Nun richtig in Fahrt, legte er nach: Noch niemals habe es das in Thüringen gegeben, dass ein Ministerpräsident seinen Wahlkreis nicht gewann. Indes:, Bodo Ramelow (Linkspartei) habe das geschafft. Aber weil eben nicht alle Verlierer (Taubert, Poppenhäger, Tiefensee und so fort) in die Regierung passen, müssten anderswo Posten geschaffen werden. So geißelte Mohring, dass Geras Ex-Oberbürgermeister für die Vorbereitung der Gebietsreform zuständig sein soll. Einer, der die Stadt Gera in die Pleite geritten habe, dürfe jetzt keine Verantwortung fürs ganze Land bekommen, empörte sich der Oppositionelle.

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