Thüringer AfD-Mann fordert „Sturz dieses Unrechtsstaats“

Pfiffelbach  Die Thüringer AfD nominiert 38 Kandidaten für die Landtagswahl in Thüringen. Darunter sind vier Polizisten.

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Foto: Mohssen Assanimoghaddam

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Ohne Wutausbrüche und Nazi-Vorwürfe gegen Parteimitglieder wie vor zwei Wochen in Arnstadt ist am Wochenende ein zweiter AfD-Landesparteitag in Pfiffelbach über die Bühne gegangen.

Für die Landtagswahl im nächsten Jahr hat die Partei 38 Kandidaten aufgestellt. Die ersten 25 Listenplätze gelten als aussichtsreich, wenn man die aktuellen Umfragewerte bei der Sonntagsfrage zugrunde legt.

Während Parteichef Björn Höcke und Co. bereits in Arnstadt auf die Plätze eins bis 15 gewählt wurden, ging es dieses Mal um die Listenplätze dahinter. Überraschend unterlag um Platz 18 Landesschatzmeister Stefan Schröder dem Polizisten Ingo Zickler. „Den kenne ich gar nicht“, wunderte sich Bundestagsabgeordneter Jürgen Pohl. Schröder kam doch noch auf Listenplatz 24.

Kämpferisch präsentierte sich Wolfgang Lauerwald aus Gera. Der Chef des dortigen AfD-Stadtverbands forderte in seiner Bewerbungsrede den „Sturz dieses Unrechtsstaats“ und distanzierte sich von „Angela Merkel und anderen Volksverrätern“.

Hingegen lobte der 63-Jährige Pegida in Dresden und bezeichnete den politischen Kampf auf der Straße als unersetzlich. „Ich schätze die Kraft von Pegida und IB.“ Nicht alle teilen diese Einschätzung. Der Verfassungsschutz sieht bei der Identitären Bewegung (IB) Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Internist Lauerwald landete auf Listenplatz 21.

Vier Polizeibeamte finden sich auf den Plätzen eins bis 20, darunter Ringo Mühlmann als Mitglied des AfD-Landesvorstandes sowie Sebastian Thieler als Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Ilm-Kreis-Gotha. „Dass so viele Polizeibeamte unter den ersten 20 auf der Liste stehen, liegt daran, dass für sie nicht nachvollziehbar ist, wie in Deutschland Recht gebogen wird“, sagte Mühlmann beim Parteitag.

Am Rande lässt sich beobachten, wie Stefan Möller und Ronny Poppner an einem Fenster stehen – Co-Parteichef der eine, Höckes Stellvertreter im Kreisverband Nordhausen-Eichsfeld-Mühlhausen der andere. Dabei hatte Höcke vor zwei Wochen Poppner als Rechtsextremisten bloßgestellt. Seither droht Poppner ein Parteiausschlussverfahren. Möller und Poppner trennen sich. Dann wird die Wahl von Poppner-Mann Thomas Gröger für Platz 20 verkündet. Poppner jubelt.

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