Umfrage: Fast jeder zweite Ältere in Thüringen wählt links

Erfurt.  Einer aktuellen Umfrage zur Landtagswahl hat die Linke in Thüringen Probleme bei jüngeren Wählern. Für die anderen Parteien lassen sich diese Trends ablesen.

Der Thüringer Landtag soll laut einer Vereinbarung der rot-rot-grünen Minderheitskoalition mit der oppositionellen CDU am 25. April 2021 neu gewählt werden.

Der Thüringer Landtag soll laut einer Vereinbarung der rot-rot-grünen Minderheitskoalition mit der oppositionellen CDU am 25. April 2021 neu gewählt werden.

Foto: Sascha Fromm / Ta

Die Linke hat ihre starke Position in Thüringen vor allem der wachsenden Gruppe der Älteren zu verdanken. Laut der aktuellen Umfrage würden knapp 46 Prozent der Wähler ab 60 Jahre für die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) stimmen.

Überhaupt gilt: Je älter die Wähler, umso stärker präferieren sie die Linke. Damit dürfte die Partei zunehmend vom demografischen Wandel profitieren.

Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa, das im Juni wieder etwas mehr als 1000 Thüringen im Auftrag dieser Zeitung telefonisch und online befragte. Insgesamt gaben darin 35 Prozent der Wähler an, für die Linke stimmen zu wollen. CDU und AfD kamen jeweils auf 22 Prozent, die SPD erreichte neun Prozent, die Grünen lagen bei 6 Prozent. Die FDP wäre mit 3 Prozent nicht wieder im Landtag vertreten.

Die Zahlen für die einzelnen Altersgruppen sind nicht so repräsentativ wie für das Gesamtergebnis: Die Zahl der Befragten reicht von 97 bei den 18- bis 29-Jährigen bis 312 in der Gruppe 60 plus. Gleichwohl lassen sich Trends ablesen.

AfD vor allem in den mittleren Altersgruppen erfolgreich

Auffällig ist, dass die AfD bei den Älteren besonders schlecht abschneidet. Von den Über-60-Jährigen wollen nur rund 10 Prozent ihre Stimme der von Björn Höcke geführten Landespartei geben – das ist ihr niedrigster Wert unter allen Altersgruppen. Überdurchschnittlich stark mit rund 35 Prozent ist die AfD bei den mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 50.

Die CDU und die SPD sind die Parteien, die am stabilsten generationenübergreifend gewählt werden. Die Union hat nur erkennbar bei den Wählern unter 30 ein Problem – das offenkundig mit dem parallelen Erfolg der Grünen zusammenhängt.

Gut 25 Prozent der Jüngeren würde bei einer Landtagswahl die Ökopartei wählen, damit liegt sie in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen auf Platz 1 vor AfD und Linke. Auch die FDP wird von den Jungen häufiger gewählt als von anderen Altersgruppen.

Die AfD wird übrigens mehr von Männern (rund 27 Prozent) gewählt und weniger von Frauen (gut 16 Prozent). Die CDU wiederum ist bei Frauen (25 Prozent) erfolgreicher als bei Männern (19 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei der SPD. Hingegen sind bei den Wählern von Linke, Grünen und FDP kaum geschlechterspezifische Unterschiede im Abstimmungsverhalten messbar.

Der Thüringer Landtag soll laut einer Vereinbarung der rot-rot-grünen Minderheitskoalition mit der oppositionellen CDU am 25. April 2021 neu gewählt werden. Intern wird auch eine Zusammenlegung der Abstimmung mit der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres debattiert.

In jedem Fall muss sich vorher das Parlament auflösen. Dafür ist eine Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten nötig.