Mit seinen Knochenplatten und der mächtigen Schwanzkeule zählt der Ankylosaurus zu den bekanntesten Dinosauriern. Vor rund 66 bis 68 Millionen Jahren musste sich dieser „Panzer-Dino“ gegen Giganten wie den Tyrannosaurus Rex behaupten. Nun haben Paläontologen in Marokko seltene Knochen der ältesten Art dieser Gattung entdeckt – das Exemplar stellt mit seinen langen Stacheln Gewissheiten auf den Kopf.

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„Es ist einer der seltsamsten Dinosaurier, die je entdeckt wurden“, sagte Professor Richard Butler von der Universität Birmingham gegenüber der „BBC“. Der Dino sei der „Punk-Rocker“ seiner Zeit gewesen, bemerkte er in Anspielung auf die stacheligen Haare von Angehörigen der Punkszene. Zusammen mit Professorin Susannah Maidment vom Naturkundemuseum London leitete er eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ anhand des Fundes das faszinierende Bild der vor 165 Millionen Jahre lebenden Art neu zeichnete.
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„Punk-Dino“: Stacheln von bis zu einem Meter um den Hals
Die als Spicomellus bezeichnete Art besaß bereits 30 Millionen Jahre früher als andere Arten vom Typ Ankylosaurus eine Schwanzkeule. Außerdem besonders auffällig: eine Phalanx aus bis zu einem Meter langen Stacheln, die seinen Hals in zwei Ringen schützten. Andere Stacheln waren mit den Knochen des Brustkorbs verschmolzen und bedeckten fast den gesamten Körper.
Eine Entdeckung, die laut den Studienautoren viele Annahmen zur Evolution der Gattung infrage stellt. So glaubten Forscher lange, dass sich die Panzerung der Ankylosaurier zum Schutz vor großen Raubsauriern wie dem T-Rex entwickelt hatte.

Doch schon Dutzende Millionen Jahre vor deren Auftauchen war der Spicomellus ähnlich gut gepanzert, erklärte in einem Statement die Co-Studienleiterin Maidment: „Spicomellus besaß eine Vielzahl von Platten und Stacheln, die sich über den gesamten Körper erstreckten, darunter meterlange Nackenstacheln, riesige, nach oben ragende Stacheln über den Hüften und eine ganze Reihe langer, klingenartiger Stacheln, Panzerteile aus zwei langen Stacheln und Platten an der Schulter. So etwas haben wir noch nie zuvor bei einem Tier gesehen.“
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Die Autoren vermuten deshalb, dass die Stacheln eher dazu dienten, Partner anzulocken und Rivalen abzuschrecken. Später lebende Ankylosaurier wiesen eine Panzerung auf, die schlichter, dafür aber wahrscheinlich effektiver bei der Verteidigung war.
Was Spicomellus seinen Nachfahren dagegen vererbte ist wohl die Schwanzkeule, die sich auch noch fast 100 Millionen Jahre später als nützlich erwies und sich in den gefundenen Knochen im Zusammenwachsen der Wirbel im Schwanz andeutete. Die Forscher schätzen das Tier auf eine Länge von rund vier Metern und ein Gewicht von circa zwei Tonnen.
Eine frühere Beschreibung der Art aus dem Jahr 2021 konne sich nur auf einen einzelnen Rippenknochen stützen. Der neue Fund, die ersten bekannten Knochen eines Ankylsauriers auf dem afrikanischen Kontinent, wurden in der Nähe der marokkanischen Stadt Boulemane von einem Bauern gemacht. Laut den Forschern zeigt die Entdeckung, wie bedeutend die Dinosaurier Afrikas sind und wie wichtig es sei, unser Verständnis von ihnen zu erweitern.







