Eine Corona-Infektion ist meist lästig: Husten, Halsschmerzen und Schnupfen können sich tagelang festsetzen und zu Fieber oder sogar Magen-Darm-Beschwerden gesellen. Wie entlastend wäre es, gäbe es ein effektives Medikament gegen Corona, das erschwinglich, leicht in der Anwendung und bereits auf dem Markt verfügbar ist? Genau das könnte laut einem Forschungsteam der Universität des Saarlandes bereits der Fall sein.

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Das Antihistaminikum Azelastin, ein antiallergischer Wirkstoff, der in mehreren Nasensprays enthalten ist, könnte den Forschern zufolge das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, enorm verringern: In einer klinischen Studie mit 450 Teilnehmern erwies sich das Azelastin-Nasenspray, das viele von Heuschnupfen Betroffene kennen dürften, als antiviral wirksam bei Atemwegserkrankungen wie Corona.
Studie aus dem Saarland: Nasenspray verringerte Corona-Risiko
Die Ergebnisse der Studie, die zwischen März 2023 bis Juli 2024 lief, wurden Anfang September dieses Jahres in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht. Im acht Wochen andauernden Untersuchungszeitraum verwendete etwa die Hälfte der Teilnehmenden dreimal täglich ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastin; die andere Hälfte erhielt ein Placebo-Nasenspray ohne Wirkstoff.
Das Ergebnis: In der Azelastin-Gruppe infizierten sich nur etwa zwei Prozent der Teilnehmenden im Forschungszeitraum mit SARS-CoV-2 – gegenüber knapp sieben Prozent in der Kontrollgruppe. Das Nasenspray konnte also das Corona-Risiko um etwa zwei Drittel reduzieren. Die Probanden führten zweimal in der Woche einen PCR-Test auf Atemwegsviren durch.
Nasenspray mit Azelastin laut Forschern nicht nur gegen Corona wirksam
Dabei zeigte sich noch ein netter Nebeneffekt: In der Azelastin-Gruppe traten nicht nur weniger Corona-Fälle und weniger symptomatische Corona-Verläufe, sondern auch insgesamt weniger Atemwegsinfektionen und weniger Fälle von Rhinoviren – einem Erkältungsvirus – auf. Vor allem Letzteres überraschte die Forscherinnen und Forscher, da Rhinoviren als besonders schwer zu verhindern und behandeln gelten.
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„Azelastin-Nasenspray könnte insbesondere für gefährdete Gruppen, in Zeiten hoher Infektionsraten oder vor Reisen ein zusätzliches, leicht zugängliches Prophylaxemittel zu bestehenden Schutzmaßnahmen darstellen“, sagt Studienleiter Robert Bals, Professor für Innere Medizin an der Universität des Saarlandes.
Coronazahlen steigen: Variante XFG „Stratus“ weltweit auf dem Vormarsch
Vor allem im anstehenden Infektionsherbst und -winter könnten die Erkenntnisse des Forschungsteams einen Nerv treffen: Seit Wochen steigen die Corona-Zahlen laut dem Robert Koch-Institut an – in den meisten Fällen ausgelöst durch die Variante XFG, Spitzname „Stratus“.
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Das Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastin wird seit Jahrzehnten rezeptfrei verkauft und kommt insbesondere zur Behandlung von allergischem Schnupfen zum Einsatz. In Deutschland sind zum Beispiel die Medikamente „Vividrin Azelastin“ und „Allergodil akut“ in Apotheken erhältlich. Könnte es das neue Super-Medikament gegen Corona werden?
Nasenspray gegen Corona: Weitere Forschung nötig
Der Leiter der Studie ordnet ein: Bereits zuvor hätten In-vitro-Studien antivirale Effekte gegenüber SARS-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren gezeigt. „Die aktuelle klinische Studie ist nun die erste, die eine präventive Schutzwirkung in einem realen Anwendungsszenario belegt“, sagt Bals.
Jedoch seien größere Studien nötig, um die Wirksamkeit des Nasensprays auch bei vielfältigeren Bevölkerungsgruppen, wie etwa Risikogruppen, nachzuweisen. Dabei sollte laut Bals auch das Potenzial von Azelastin überprüft werden, auch andere Atemwegserkrankungen zu verhindern. Offen bleibt außerdem, auf welche Weise Azelastin das Risiko für Corona- und andere Atemwegserkrankungen verringert.









