Immer mehr Menschen setzen auf Abnehmspritzen wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro, um schnell und effektiv Gewicht zu verlieren. Doch der Erfolg auf der Waage hat oft seinen Preis – und der Blick in den Spiegel zeigt es deutlich: Eingefallene Wangen, erschlaffte Haut und betonte Falten sind Nebenwirkungen, die mittlerweile unter dem Begriff „Ozempic-Face“ zusammengefasst werden. Was steckt hinter diesem Phänomen? Warum verliert das Gesicht an Volumen und Spannkraft – und was kann man dagegen tun?

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„Ozempic-Face“: Das steckt hinter dem Phänomen

Das sogenannte „Ozempic-Face“ entsteht vor allem durch die physiologischen Folgen eines schnellen Gewichtsverlusts, der durch Abnehmspritzen wie Ozempic oder Wegovy ausgelöst wird. Der Verlust von Unterhautfett führt zu eingefallenen Wangen, müdem Aussehen und verstärkter Faltenbildung, wie die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie erklärt. Bei einer raschen Gewichtsreduktion bleibe dem Gewebe oft nicht genügend Zeit, um sich zurückzubilden, erklärt Dr. Dr. Helge M. Jens, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Zudem werde durch den schnellen Gewichtsverlust auch der Abbau von Kollagen und elastischen Fasern beschleunigt, was sich zusätzlich das äußere Erscheinungsbild auswirkt, betonte Prof. Dr. Christiane Bayerl, von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) im Gespräch mit der „Apotheken Umschau“.

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Lässt sich der unerwünschte Ozempic-Effekt vermeiden?

Die unerwünschten Veränderungen im Gesicht lassen sich nicht vollständig vermeiden, dennoch gibt es einige Maßnahmen, die den Ozempic-Effekt etwas abmildern können. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie empfehlt:

  • Langsame Gewichtsabnahme anstreben: Wer zu schnell abnimmt, verstärkt den Volumenverlust im Gesicht zusätzlich. Um dem Gewebe mehr Zeit zur Anpassung zu geben, ist eine moderate Gewichtsreduktion wichtig.
  • Ausreichend Eiweiß und Krafttraining: Beim Abnehmen wird nicht nur Fett, sondern oft auch Muskelmasse abgebaut. Eine eiweißreiche Ernährung in Kombination mit gezieltem Krafttraining kann diesem Prozess entgegenwirken. So bleibt mehr Muskelmasse erhalten, was nicht nur den Stoffwechsel fördert, sondern auch das Bindegewebe stabilisiert und die Hautstraffheit unterstützt.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Hautpflege: Eine umfassende Hautpflege mit ausreichend Feuchtigkeit, Sonnenschutz und Produkten zur Kollagenunterstützung kann die Elastizität der Haut fördern. Sie hilft, Spannkraft zu erhalten und den Alterungsprozess zu verlangsamen.
  • Medizinische Maßnahmen für das Gesicht: Hyaluron-Filler, Eigenfett oder andere volumengebende Substanzen können das Gesicht frühzeitig auffüllen und stützen. Modernere Verfahren wie Radiofrequenz-Microneedling oder mikrofokussierter Ultraschall fördern die Kollagenproduktion und straffen die Haut. Bei ausgeprägter Gewebs- und Muskelerschlaffung kann auch ein Facelift in Betracht gezogen werden.

Kann das Ozempic-Gesicht wieder verschwinden?

Nehmen die Betroffenen wieder zu, kann auch die Fülle im Gesicht zurückgewonnen werden. Wer sein reduziertes Gewicht behält, muss meistens mit dem veränderten Gesicht leben – von alleine verschwindet das Ozempic-Face nicht, heißt es in einer Veröffentlichung der US-Klinik Cleveland. Für mögliche Behandlungen oder Präventionsmaßnahmen empfiehlt sich eine ärztliche Beratung, um geeignete Optionen individuell abzuklären.