Vor rund 80.000 Jahren bewegten sich Neandertaler durch die Dünen der Algarve und hinterließen Abdrücke, die Jahrtausende überdauerten. Nun haben Forscherinnen und Forscher an zwei Stränden im Südwesten Portugals 26 fossile Fußspuren entdeckt. Sie stammen laut der Studie von Erwachsenen, Kindern und sogar einem Kleinkind.

Alltagsspuren statt nur Werkzeuge

Obwohl lange bekannt ist, dass Neandertaler auch Küstenregionen nutzten, gibt es nur wenige direkte Belege für ihre Aktivitäten dort. Die neuen Funde zeigen, dass ganze Familiengruppen unterwegs waren. Aus den Abmessungen der Spuren lässt sich schließen, dass mindestens ein Erwachsener von rund 1,70 Metern Größe, ein Kind zwischen sieben und neun Jahren sowie ein Kleinkind die Dünen bestiegen haben.

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Die Abdrücke verraten auch Bewegungsmuster: Während ein Erwachsener den Hang langsam mit 2,5 Kilometern pro Stunde hinaufging, nahm er beim Abstieg Tempo auf und erreichte fast acht Kilometer pro Stunde. Unterschiede in der Tiefe der Fersen- und Vorderfußabdrücke zeigen, wie beschwerlich der Weg über den feuchten Dünensand gewesen sein muss.

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Hinweise auf Jagd am Meer

Besonders spannend sind überlagerte Spuren von Menschen und Tieren – wahrscheinlich einem Hirsch. Für die Forscher ein Indiz, dass die Neandertaler die Dünen gezielt für die Jagd nutzten, etwa um Tiere aus dem Hinterhalt zu überraschen. Auch andere archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Ernährung stark von Wildtieren geprägt war: Pferde, Rinder, Hirsche und Hasen standen regelmäßig auf ihrem Speiseplan. Muscheln, Fische oder Robben ergänzten ihn in geringerem Maße.

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Konserviert im Dünensand

Datierungen mit der sogenannten optisch stimulierten Lumineszenz ergaben ein Alter zwischen 78.000 und 82.000 Jahren. Diese Methode misst, wann Sandkörner zuletzt dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. So konnten die Forscher feststellen, dass die Spuren seit der letzten Eiszeit im Sediment verborgen lagen.