Wie wäre es, wenn der Körper nicht nur Fett speichern würde, um Energie zu liefern, sondern auch, um unseren Flüssigkeitshaushalt in Zeiten von Wassermangel zu sichern? Genau das könnte tatsächlich der Fall sein.
Auch interessant
Das haben Wissenschaftler jetzt in einer internationalen Studie herausgefunden, die im „Journal of Internal Medicine“ erschienen ist. Das Forschungsinstitut für Wildtierökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien war ebenfalls daran beteiligt.
Parallelen zwischen Tieren im Winterschlaf und Menschen
Die Studie zeigt spannende Parallelen zwischen Tieren im Winterschlaf und den Auswirkungen von Wassermangel auf den menschlichen Körper. Einige Tiere, wie Bären oder Murmeltiere, verbringen den Winter, ohne Nahrung und Wasser zu sich zu nehmen. Damit sie in dieser Zeit überleben, nutzen ihre Körper eingelagertes Fett, um Energie und sogenanntes „metabolisches Wasser“ zu gewinnen, das sie hydriert hält. Das Hormon Vasopressin spielt hier eine Schlüsselrolle. Es regelt unter anderem den Flüssigkeitshaushalt und den Stoffwechsel der Tiere und sorgt dafür, dass sie im Herbst vermehrt trinken und Fettreserven für den Winterschlaf anlegen.
Lesen Sie auch
Die Forscher vermuten, dass Fettleibigkeit für den Menschen ähnliche Ursprünge haben könnte – ein uralter Mechanismus, der uns hilft, Wasserreserven für einen möglichen Mangel anzulegen. Co-Autorin Szilvia Kalgeropoulu erklärt: „Menschen mit Adipositas haben häufig erhöhte Vasopressin-Werte im Blut und zeigen Anzeichen von Dehydrierung.“ Mit anderen Worten: Wenn wir zu wenig trinken, reagiert unser Körper, als würde Trockenzeit herrschen, und speichert Wasser in Fettzellen. Problematisch ist allerdings, dass Dinge wie Zucker und Salz diesen Prozess verstärken. Fruktose – der Fruchtzucker, der in vielen Softdrinks und Snacks steckt – sorgt laut den Forschern für eine erhöhte Vasopressin-Ausschüttung und treibt so den Kreislauf aus zu wenig Flüssigkeit und zu viel Fett weiter an. „Der Prozess wird durch die Salzaufnahme zusätzlich stimuliert“, sagt Kalgeropoulu.
Lesen Sie auch: Abnehmen mit Wasser? Dieser Dr. Riedl-Trick kann helfen
Ausreichend trinken, um Mechanismus zu stoppen
Um diesen Mechanismus zu stoppen, hilft das, was am naheliegendsten erscheint: ausreichend trinken. Wer genug Wasser zu sich nimmt, hält den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht und verhindert, dass der Körper auf „Sparmodus“ umschaltet und eine unnötige Menge Fett speichert.
Auch interessant
Zusätzlich entdeckten die Forscher Hinweise darauf, dass moderne Abnehmmittel wie GLP-1-Agonisten – zum Beispiel Semaglutid – möglicherweise besonders gut wirken, weil sie die Produktion von Vasopressin und Glukagon hemmen. Dies könnte den biologischen Kreislauf aus Wassermangel und Fettspeicherung bremsen.
Lesen Sie auch
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend, um gesund zu bleiben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, jeden Tag etwa 1,5 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke zu trinken.











