Die richtige Ernährung kann die Alterung des Gehirns verlangsamen, wie „Science Alert“ berichtet. Eine aktuelle Untersuchung an Rhesusaffen liefert demnach Hinweise darauf, dass eine rund 30-prozentige Kalorienreduktion das Gehirn widerstandsfähiger gegenüber altersbedingten Veränderungen machen könnte – ein Befund, der langfristig sogar für Erkrankungen wie Alzheimer von Bedeutung sein könnte.
Kalorienrestriktion verlangsamt Alterung und schützt Gehirnzellen
Ein Forschungsteam der Boston University verglich für die Studie die Gehirne von 24 Rhesusaffen, die über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg entweder normal oder deutlich kalorienreduziert gefüttert worden waren. In den Proben jener Tiere, die weniger Nahrung bekamen, fanden sich klar erkennbare Anzeichen für einen stabileren Austausch zwischen den Nerven sowie für einen besseren Schutz der Nervenzellen.
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Die Untersuchungsergebnisse scheinen mit einer Art „Sparmodus“ des Körpers zu tun zu haben: Wird weniger Energie zugeführt, stellt der Stoffwechsel sich offenbar so um, dass Zellen effizienter arbeiten. In der Studie zeigte sich, dass diese Anpassung einige der üblichen Alterungsprozesse im Körper, wie zum Beispiel Zellenabbau, abmildern kann. Neurobiologin Ana Vitantonio erklärt „Science Today“, dass Kalorienrestriktion schon länger als Strategie gilt, um biologische Alterung zu verzögern – doch die aktuellen Daten liefern seltene Langzeitbelege für positive Effekte speziell im Gehirn.
Myelinabbau im Alter schwächt Nerven und fördert geistigen Verfall
Im Zentrum der Analyse stand das Myelin – die schützende Fettschicht, die Nervenfasern umhüllt und die Signalübertragung beschleunigt. Mit zunehmendem Alter wird diese Schutzschicht normalerweise dünner, wodurch Entzündungen begünstigt werden können. Die Affen, die kalorienarmes Futter erhielten, wiesen jedoch aktivere Myelin-Gene, mehr funktionale Stoffwechselwege und insgesamt eine robustere Myelinschicht auf. Auch die Zellen, die Myelin herstellen, arbeiteten messbar effektiver. Kein überraschender Effekt: Studien der letzten Jahre hatten bereits einen engeren Zusammenhang zwischen Myelinabbau und raschem geistigem Abbau bei Menschen aufzeigen können.
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Da das menschliche Gehirn im Alter an Effizienz verliert, steigt mit den Jahren auch die Wahrscheinlichkeit für sogenannte neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, ALS oder Alzheimer. Fehlgeleitete oder überaktive Zellprozesse können dabei zusätzlichen Schaden verursachen – insbesondere dann, wenn der natürliche Schutz durch Myelin ohnehin schon abnimmt. Die neue Untersuchung liefert somit einen weiteren Hinweis darauf, dass Ernährungsgewohnheiten möglicherweise ein Ansatzpunkt für vorbeugende Maßnahmen sein könnten.

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Obwohl die Zahl der untersuchten Tiere begrenzt war, ähneln die Gehirnstrukturen von Rhesusaffen denen des Menschen stark. Daher besteht eine realistische Chance, dass die beobachteten Effekte auch bei Menschen auftreten könnten – etwas, das zukünftige Studien genauer klären müssen.
lcz






