Bereits frühere Studien aus Finnland, Großbritannien und Japan haben sich mit dem Zusammenhang zwischen Demenz und dem Konsum von Milchprodukten befasst. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fielen jedoch uneinheitlich aus. Eine neue Studie widmet sich nun gezielt einem der weltweit beliebtesten Milchprodukte, um die widersprüchlichen Befunde in Einklang zu bringen.
Demenz: Neue Studie stellt Gesundheitsempfehlungen infrage
Frühere wissenschaftliche Studien kamen bereits zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Käse mit einem verringerten Demenzrisiko in Zusammenhang stehen könnte. Da diese Studien jedoch zu keinen einheitlichen Schlussfolgerungen gelangten, haben Forscher der Universität Lund in Schweden unter der Leitung des Ernährungsepidemiologen Yufeng Du die Fragestellung erneut untersucht und dabei neue Zusammenhänge identifiziert.
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Den Ergebnissen zufolge scheinen insbesondere Käsesorten mit einem Fettgehalt von 20 Prozent und mehr mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert zu sein. Dazu zählen unter anderem Brie, Gouda, Cheddar, Parmesan, Gruyère und Mozzarella. Die Studie legt nahe, dass der tägliche Verzehr von 50 Gramm oder mehr fettreichen Käses mit einer Verringerung des Demenzrisikos einhergehen kann. Diese Befunde stellen gesundheitliche Empfehlungen zum Käsekonsum teilweise infrage, da Käse mitunter als gesundheitlich bedenkliches Lebensmittel eingestuft wird, wie die Ernährungsepidemiologin Emily Sonestedt von der Universität Lund erläutert.
Forscher untersuchen Demenzrisiko anhand von Käsekonsum
Die Untersuchung basierte auf einer langfristig angelegten Beobachtungsstudie, in deren Rahmen Menschen in Schweden zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt wurden und diese sieben Tage lang über ein Ernährungstagebuch dokumentierten. Von insgesamt 27.670 Teilnehmenden entwickelten 3208 im Verlauf von etwa 25 Jahren eine Demenz. Die Auswertung zeigte, dass rund zehn Prozent der Personen, die täglich 50 Gramm oder mehr fettreichen Käse konsumierten, im Beobachtungszeitraum an Demenz erkrankten, während dieser Anteil bei etwa 13 Prozent unter denjenigen lag, deren täglicher Verzehr unter 15 Gramm lag.
Zur Erhöhung der Aussagekraft berücksichtigten die Wissenschaftler potenzielle Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand und allgemeine Ernährungsgewohnheiten. Nach dieser statistischen Anpassung ergab sich, dass Personen mit einem höheren Konsum fettreichen Käses ein um 13 Prozent geringeres Demenzrisiko aufwiesen als jene mit einem sehr niedrigen Käsekonsum. Für fettarme Milchprodukte sowie für fermentierte Erzeugnisse wie Joghurt oder Kefir konnte hingegen kein vergleichbarer Zusammenhang festgestellt werden.
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Trotz des beobachteten Zusammenhangs betonen die Autoren ausdrücklich, dass der Konsum von Käse allein keine Demenz verhindern kann. Eine einseitige Fokussierung auf Käse in der Ernährung sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht sinnvoll.

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Darüber hinaus verweisen Wissenschaftler auf methodische Einschränkungen der Untersuchung, da die Analyse auf Ernährungstagebüchern beruht, die vor rund 25 Jahren geführt wurden. In dem langen Zeitraum bis zur Auswertung könnten sich individuelle Ernährungsgewohnheiten erheblich verändert haben. Auf diese Problematik weist auch Tara Spires-Jones, Abteilungsleiterin am britischen Dementia Research Institute, in einer Stellungnahme gegenüber dem Science Media Centre hin.







