Plötzlich wieder Hausaufgaben erklären, basteln oder im Park Fangen spielen: Großeltern sind heute echte Alltagshelden. Fast 20 Millionen von ihnen leben Schätzungen zufolge in Deutschland – und für viele Familien sind sie eine unbezahlbare Unterstützung, wenn die Eltern arbeiten oder einfach eine Pause brauchen. Aber was macht das eigentlich mit den Großeltern selbst? Eine neue Studie der Universität Tilburg bringt Licht ins Dunkel.
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Studie zeigt: Betreuung von Enkeln beeinflusst geistige Fitness
Das Forscherteam um Flavia Chereches wollte herausfinden, ob das Betreuen von Enkelkindern einen Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit der Großeltern hat. Um dies zu untersuchen, analysierte das Team Daten von 2887 Großeltern, die an einer englischen Langzeitstudie zum Altern teilgenommen hatten. Dabei betrug das Durchschnittsalter der Teilnehmer 67 Jahre. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Psychology and Aging“ veröffentlicht.

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Zwischen 2016 und 2022 füllten die Teilnehmenden dreimal umfangreiche Fragebögen zu ihrer Familiensituation und Betreuungstätigkeit aus und absolvierten kognitive Tests. Konkret sollten sie angeben, ob und wie oft sie im vergangenen Jahr auf ihre Enkel aufgepasst hatten – vom gelegentlichen Spielen über Fahrdienste bis hin zur Hausaufgabenhilfe oder Übernachtungen.
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Untersuchung zeigt erstaunliche Effekte für Großeltern
Die Studie zeigte, dass Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern, bei Gedächtnis- und Sprachtests besser abschnitten als diejenigen, die keine Betreuungsaufgaben übernahmen. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand herausgerechnet wurden – und er zeigte sich unabhängig davon, wie oft oder in welcher Form die Betreuung stattfand.
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„Was uns am meisten auffiel, war, dass die Rolle als betreuende Großeltern für die kognitive Entwicklung wichtiger zu sein schien als die Häufigkeit der Betreuung oder die konkreten Aktivitäten mit den Enkelkindern“, sagte Chereches in einer offiziellen Pressemitteilung.
Außerdem zeigte die Studie, dass besonders Großmütter, die sich regelmäßig um ihre Enkel kümmerten, im Studienverlauf einen langsameren Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten zeigten als Großmütter, die keine Betreuungsaufgaben übernahmen.
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Familiäres Umfeld könnte Auswirkungen der Pflege beeinflussen
Weitere Studien seien dennoch laut der Studienautorin nötig, um die Wirkung des familiären Umfelds genauer zu untersuchen. „Die freiwillige Pflege in einem unterstützenden familiären Umfeld kann für Großeltern andere Auswirkungen haben als die Pflege in einem stressigeren Umfeld, in dem sie sich nicht unterstützt fühlen oder die Pflege als unfreiwillig oder als Belastung empfinden“, betont sie.













