Immuntherapien haben die Behandlung von fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch die Medikamente können starke Nebenwirkungen auslösen. Forscher aus Heidelberg haben nun Hinweise darauf gefunden, dass sich das Risiko dafür möglicherweise schon vor Beginn der Therapie abschätzen lässt – mithilfe bestimmter Antikörper im Blut.
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Wenn das Immunsystem zu stark reagiert
Beim metastasierten Melanom – einer fortgeschrittenen Form des schwarzen Hautkrebses – kommen häufig sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren zum Einsatz. Sie aktivieren das körpereigene Abwehrsystem, damit es Tumorzellen besser erkennt und bekämpft.

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Diese Aktivierung kann jedoch dazu führen, dass das Immunsystem auch gesundes Gewebe angreift. Dabei entstehen sogenannte Autoantikörper, die Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen können, etwa im Darm, in der Haut oder in der Schilddrüse. Solche immunbedingten Nebenwirkungen gehören zu den wichtigsten Risiken der Therapie.
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Bislang gibt es nur wenige verlässliche Möglichkeiten, schon vor Beginn der Behandlung einzuschätzen, welche Patientinnen und Patienten besonders gefährdet sind.
Analyse von mehr als 300 Patienten
In einer neuen Studie analysierten die Forscher Blutproben von 331 Menschen mit metastasiertem Melanom, die verschiedene Formen der Immuntherapie erhielten. In den Proben suchten sie nach Autoantikörpern gegen insgesamt 832 menschliche Proteine.
Dabei zeigte sich, dass bestimmte Antikörper bereits vor Therapiebeginn vorhanden waren und später mit dem Auftreten von Nebenwirkungen zusammenhingen. Insgesamt identifizierte das Team 47 Autoantikörper, die mit immunbedingten Komplikationen in Verbindung standen.
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Auffällig war außerdem: Die Antikörperprofile unterschieden sich je nach Art der eingesetzten Therapie. Das deutet darauf hin, dass Nebenwirkungen bei unterschiedlichen Immuntherapien durch verschiedene biologische Mechanismen entstehen können.
Hinweise auf Darmkomplikationen
Ein besonderes Augenmerk lag auf Darmentzündungen, einer häufigen und belastenden Nebenwirkung der Behandlung. Sie treten vor allem bei Kombinationstherapien mit mehreren Immunmedikamenten auf.
Auch hier fanden die Forscher Antikörper, die das Risiko für solche Komplikationen zuverlässig widerspiegelten. Einige davon waren mit einem erhöhten Risiko verbunden, andere scheinen eher eine schützende Wirkung zu haben.
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Grundlage für individuellere Therapien
Nach Einschätzung der Studienleitung könnte ein solcher Bluttest künftig helfen, Behandlungen besser auf einzelne Patienten abzustimmen. Ein Autoantikörper-Profil aus einer Blutprobe vor Therapiebeginn könnte Hinweise darauf liefern, ob etwa eine intensive Kombinationstherapie vertretbar ist oder eher eine schonendere Behandlung gewählt werden sollte.
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Bevor ein solcher Test in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann, müssen die Ergebnisse allerdings in weiteren Studien bestätigt werden. Die Forscher planen bereits zusätzliche Untersuchungen, um den Zusammenhang zwischen Antikörperprofilen, Nebenwirkungen und dem Therapieerfolg genauer zu verstehen.











