Wer sein Haus sanieren will, sollte bei der Förderung jetzt genauer hinsehen. Seit Juli 2026 gibt es für kleinere Sanierungen weniger Zuschuss. Bei größeren Vorhaben kann ein Sanierungsfahrplan weiterhin sinnvoll sein. Für besonders ineffiziente Häuser kommt zudem ab 2027 ein neuer Bonus. Der Geldratgeber Finanztip erklärt, worauf Eigenheimbesitzer jetzt finanziell achten sollten.

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Zunächst die gute Nachricht: Wer Dach, Fassade oder Fenster energetisch sanieren will, bekommt weiterhin Geld vom Staat. Doch seit Juli gelten neue Regeln. Sie verändern die finanzielle Rechnung beim individuellen Sanierungsfahrplan, kurz iSFP: Anders als früher greift der Förderbonus für ihn nur noch bei höheren Kosten. Wer zum Beispiel für 20.000 Euro neue Fenster einbauen lässt, bekommt mit oder ohne iSFP 3000 Euro Zuschuss. Vorher waren es mit Fahrplan 4000 Euro.
Das heißt aber nicht, dass sich der Sanierungsfahrplan nur bei hohen Kosten lohnt. Er hilft dabei, eine Sanierung sinnvoll zu planen: Welche Maßnahmen sind nötig, in welcher Reihenfolge und mit welchen ungefähren Kosten? Gerade bei älteren Häusern mit mehreren Baustellen hilft das, Fehlentscheidungen zu vermeiden. Erstellt wird der iSFP von einem Energieberater oder einer Energieberaterin aus der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen bleibt freiwillig.
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Haus sanieren: Diese Zuschüsse gelten seit Juli 2026
Für Dämmung, neue Fenster und andere Maßnahmen an der Gebäudehülle zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) grundsätzlich 15 Prozent Zuschuss. Ohne Sanierungsfahrplan rechnet das Bafa bei einem Einfamilienhaus höchstens 30.000 Euro pro Jahr an. Mehr als 4500 Euro Zuschuss gibt es damit nicht. Mit iSFP steigt dieser Förderrahmen auf 60.000 Euro. Neu ist: Zwar bringt der iSFP wie bisher fünf Prozentpunkte zusätzliche Förderung. Jedoch gibt es sie seit dem 21. Juli 2026 nur noch für den Teil der Kosten, der über 30.000 Euro liegt.
Finanztip hat nachgerechnet:
- Kostet eine Dachdämmung 40.000 Euro, gibt es ohne iSFP 4500 Euro Förderung.
- Mit Sanierungsfahrplan werden die gesamten Kosten berücksichtigt: 15 Prozent auf die ersten 30.000 Euro, 20 Prozent auf die restlichen 10.000 Euro.
- Der Zuschuss steigt so auf 6500 Euro und damit um 2000 Euro.
Sanierungsfahrplan fürs Haus: Wann er sich noch finanziell rechnet
Um zu prüfen, ob sich der Fahrplan auch finanziell lohnt, müssen diese zusätzlichen Zuschüsse den Kosten der Beratung gegenübergestellt werden. Der Staat übernimmt bis zu 50 Prozent der iSFP-Kosten, bei Ein- und Zweifamilienhäusern maximal 650 Euro. Je nach Anbieter kann der eigene Anteil trotzdem mehrere Hundert bis mehr als 1000 Euro betragen. Wer nur eine einzelne Maßnahme plant, bereits genau weiß, was gemacht werden soll, und unter 30.000 Euro bleibt, bekommt durch den iSFP deshalb keinen zusätzlichen Förderbonus.
Bei größeren oder schrittweisen Sanierungen kann sich das ändern. Die Fördergrenzen gelten pro Kalenderjahr. Eine Maßnahme aus dem iSFP kann bis zu 15 Jahre nach dessen Erstellung umgesetzt werden. Ein Beispiel:
- 2027 wird das Dach für 35.000 Euro gedämmt, 2028 die Fassade für ebenfalls 35.000 Euro.
- Ohne iSFP gibt es insgesamt 9000 Euro Zuschuss.
- Mit Sanierungsfahrplan sind es 11.000 Euro.
Bei mehreren größeren Etappen kann sich der Fahrplan damit auch finanziell rechnen. Außerdem hilft er, die Sanierung sinnvoll zu planen.

Haus im schlechten Zustand? Ab 2027 profitiert man davon
Ab dem ersten Quartal 2027 gibt es außerdem den neuen WPB-Bonus für besonders ineffiziente Gebäude. „WPB“ steht für „Worst Performing Buildings“. Als solche gelten Häuser mit einem sehr hohen Energiebedarf. Nachweisen lässt sich das bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohneinheiten mit einem Energiebedarfsausweis der Klasse H.
Für Dämmmaßnahmen an Außenwänden, Dachflächen oder Geschossdecken gibt es fünf zusätzliche Prozentpunkte. Voraussetzung soll sein, dass die Maßnahme in einem geförderten Sanierungsfahrplan steht. Für Fenster, Außentüren oder die Optimierung der Heizung gilt der Bonus nicht. Anders als beim iSFP-Bonus greift er auch bei Maßnahmen unter 30.000 Euro. Bei 60.000 Euro förderfähigen Kosten sind mit iSFP- und WPB-Bonus bis zu 13.500 Euro Zuschuss möglich.
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Die neue Förderung verändert damit vor allem die finanzielle Rolle des Sanierungsfahrplans. Die Finanztip-Rechnung zeigt: Bei einer kleinen, bereits feststehenden Einzelmaßnahme bringt der iSFP künftig nicht automatisch mehr Zuschuss. Bei einem insgesamt sanierungsbedürftigen Haus kann er trotzdem sinnvoll sein, weil er hilft, Maßnahmen auszuwählen, aufeinander abzustimmen und langfristig zu planen. Bei größeren oder schrittweisen Sanierungen macht sich der Fahrplan weiterhin auch finanziell bezahlt.
Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.











