Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Charles Taïeb hat in einer neuen Studie den möglichen Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Medikamenten und dem Auftreten von Nagelproblemen untersucht. Die Ergebnisse zeigten Unterschiede zwischen den Anwendern dieser Medikamente und der Kontrollgruppe, insbesondere hinsichtlich Nagelablösungen und Nagelverfärbungen.

Nebenwirkungen: Nagelprobleme durch GLP-1-Medikamente

Für die Studie verglichen die Wissenschaftler 575 Anwender von GLP-1-Medikamenten mit 1329 Personen aus Frankreich, den Vereinigten Staaten, Brasilien und Mexiko. Letztere litten zwar an Typ-2-Diabetes oder Adipositas, hatten diese Medikamente jedoch nie eingenommen. Die Auswertung der Befragungen ergab, dass 39 Prozent der Anwender von Präparaten wie Ozempic oder Wegovy über eine Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett (Onycholyse) berichteten. In der Kontrollgruppe lag dieser Anteil bei lediglich neun Prozent. Auch Nagelverfärbungen traten bei den Medikamentenanwendern häufiger auf. Davon berichteten 46 Prozent, verglichen mit 17 Prozent in der Kontrollgruppe. Auch wenn Faktoren wie rasche Gewichtsabnahme oder Nährstoffmangel herausgerechnet wurden, blieb die Häufigkeit von Nagelproblemen bei GLP-1-Nutzern signifikant höher.

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Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass etwa die Hälfte der Befragten, die GLP-1-Medikamente einnahmen, bereits vor Beginn der Behandlung unter Nagelproblemen gelitten hatte. „Unsere Ergebnisse zeigen einen eindeutigen Zusammenhang, unterstreichen aber auch einen wichtigen Punkt. Nicht alles, was während einer GLP 1-Behandlung auftritt, wird zwangsläufig durch die Behandlung selbst verursacht“, berichtet Charles Taïeb als Autor der Studie, über die das Wissenschaftsportal „Science Alert“ berichtet.

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Als Onycholyse wird die teilweise oder vollständige Ablösung der Nagelplatte vom darunterliegenden Nagelbett bezeichnet. Aus den Studienergebnissen geht jedoch nicht eindeutig hervor, wie ausgeprägt die berichteten Veränderungen waren. Der Anteil von 39 Prozent darf daher nicht so interpretiert werden, als hätten vier von zehn Anwendern von GLP-1-Medikamenten tatsächlich einen vollständigen Nagelverlust erlitten.

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Haar- und Kopfhautprobleme: Probanden zeigen weitere Nebenwirkungen

In einer Begleitstudie mit denselben Teilnehmern untersuchten die Wissenschaftler Veränderungen an Haaren und Kopfhaut. Auch hier zeigten sich Unterschiede zwischen den Anwendern von GLP-1-Medikamenten und der Kontrollgruppe. So berichteten 50 Prozent der Medikamentenanwender über ungewöhnlichen Haarausfall, während dieser Anteil in der Kontrollgruppe bei 34 Prozent lag. Eine Verringerung des Haarvolumens oder der Haardichte stellten 42 Prozent der Anwender fest, verglichen mit 19 Prozent der Kontrollgruppe. Bei den GLP-1-Anwendern ging der Haarausfall häufig mit Beschwerden der Kopfhaut wie Juckreiz, Rötungen oder Schuppenbildung einher.

Der Studienautor und Dermatologe Bruno Halioua von der Société Française des Sciences Humaines sur la Peau (SFSHP) vermutet, dass dieses Symptommuster über den Haarausfall hinausgeht, der typischerweise nach einem raschen Gewichtsverlust auftreten kann. Seiner Einschätzung nach könnte auch ein entzündlicher Prozess eine Rolle spielen.

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Welche konkreten GLP-1-Medikamente die Teilnehmer einnahmen, geht aus der Studie nicht hervor. Zudem wurden keine gesonderten Ergebnisse für einzelne Präparate veröffentlicht. Daher lassen sich aus den Daten keine zuverlässigen Rückschlüsse auf mögliche Unterschiede zwischen bestimmten Medikamenten hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Nägel, Haare oder Kopfhaut ziehen. Zu den bekannten Präparaten mit dem Wirkstoff Semaglutid zählen Ozempic, Wegovy und Rybelsus. Victoza und Saxenda enthalten den Wirkstoff Liraglutid.