Fundament für Paradiesbaum steht: Kunstwerk geht auf den Weg nach Erfurt

Erfurt.  Im September soll das Kunstwerk aus Stahl und Kupfer neben der Glashütte auf dem Petersberg montiert werden.

Martin Kranz mit einem Minimodell des Paradiesbaumes

Martin Kranz mit einem Minimodell des Paradiesbaumes

Foto: Michael Keller

Martin Kranz, der Intendant der Achava-Festspiele in Thüringen, macht einen zufriedenen Eindruck. Sein Paradiesbaum-Projekt nimmt konkrete Formen an.

Nicht nur, dass im israelischen Ramle pausenlos Kupferblätter geschnitten werden – ca. 60.000 sind bislang fertig – nein, auch der Standort auf dem Petersberg steht. Direkt neben der Glashütte erkennt man in einer großen Beeteinfassung ein quadratisches Betonfundament. Es soll später den 1,30 Meter dicken Stahlstamm für das Kunstwerk aufnehmen.

Gesamthöhe des Kunstwerks wird acht Meter erreichen

Die Gesamthöhe des Kunstwerks, dass es weltweit bislang nur einmal in Jerusalem gibt, wird acht Meter erreichen. Erfurts Baum wird damit doppelt so hoch, wie der erste Prototyp, den die beiden Künstler Ruth Horam und Nihad Dabeet geschaffen haben. Dass er nicht vor dem Reichstag in Berlin, sondern auf dem Erfurter Petersberg landete, ist übrigens dem Veto von Martin Kranz zu verdanken.

Noch steht die Olivenbaumskulptur in Israel. Das größte israelisch-deutsche Kunstprojekt der letzten Jahre wird noch diese Woche in vier Teil zersägt und zum Transport verpackt. Am Sonntag soll alles in Ramle in einen Überseecontainer verladen werden. Der wiederum wird nach Haifa gebracht und dort aufs Schiff verladen, das dann zwei Monate mit seiner kostbaren Fracht nach Hamburg unterwegs sein wird.

Montage der Teile soll zwischen dem 10. und 20. September

Von dort treten die Paradiesbaum-Teile dann den Weg per Lkw nach Erfurt an. Der große Moment der Montage der Teile soll dann zwischen dem 10. und 20. September in Erfurt passieren.

1700 der zarten nummerierten Kupferblattpaare, die mit einem Kunstdruck von Ruth Horam verkauft werden, wurden bislang zum Stückpreis von 20 Euro in Erfurt abgesetzt. Wer sie am Baum montiert sehen will, kann im September direkt zum Kunstobjekt auf dem Petersberg gehen und sie dort von Nihad Dabeet anbringen lassen.

Martin Kranz hofft, dass der Einreise des israelischen Künstlers keine Corona-Steine in den Weg gelegt werden.

Blätter können gekauft werden

Für mindestens 100.000 dieser Blätter ist der Paradiesbaum ausgelegt, ließ Kranz wissen. Die Gesamtkosten für das Kunstprojekt belaufen sich auf 140.000 Euro. 50.000 Euro hat die Sparkasse Mittelthüringen als Basisfinanzierung beigesteuert, wie Vorstandschef Dieter Bauhaus wissen ließ. Der Verkaufserlös soll den Rest decken. Bislang ist etwa die Hälfte des Gesamtbetrages zusammengekommen.

Kaufen kann man die Blätter in allen Filialen der Sparkasse Mittelthüringen, im Internet und nun auch in der Glashütte. Betreiberin Gabriella Steinhardt hat ihre Kooperation zugesagt. Eine eventuelle Deckungslücke würde die Sparkasse füllen.

Sollte mehr aus dem Verkauf zusammenkommen, werde damit ein Baumprojekt unterstützt.

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