Die Franzosen befinden sich im Freudentaumel. Nicht nur, weil ihre Athleten jeden Tag Medaillen gewinnen. Die Grande Nation feiert ein Fest, noch schöner als beim Gewinn der Fußball-WM 1998 mit Zidane und Co. im eigenen Land.

Auch Deutschland müsste auf Glücksgefühle wie derzeit bei unserem Nachbarn nicht verzichten. Die Tür für Olympia zwischen Alpen und Ostsee steht offen. Doch wollen wir Olympische Spiele?

Die letzten sieben Versuche scheiterten jedenfalls. Bei den Anläufen von München für 2022 und Hamburg für 2024 machte gar das „Nein“ der Bevölkerung alle Pläne zunichte. Deshalb fürchten die Olympia-Befürworter den Urnengang. Die Beteiligung an einer solchen Wahl war zuletzt jeweils gering. Viel wichtiger ist, die Bevölkerung vom Wert der Spiele im eigenen Land zu überzeugen.

Dirk Pille kommentiert die Sportereignisse für ihre Tageszeitung.
Dirk Pille kommentiert die Sportereignisse für ihre Tageszeitung.© Christoph Vogel

Der Sport hat bereits damit begonnen, die Vorteile ins Schaufenster zustellen. Olympia in mehreren Städten, Nutzung bestehender Arenen, olympische Dörfer als Wohnungsbauprojekte, Investitionen in Verkehrsadern und vor allem Rückenwind für das Sporttreiben in Schulen und Vereinen. Schließlich sind die Olympiasieger von 2040 jetzt gerade mal Grundschüler.

Auch wenn die Spiele noch mehr als ein Jahrzehnt in der Zukunft liegen, muss 2025 die Entscheidung für eine Bewerbung fallen. Die Konkurrenz kommt 2027 dann wohl aus Indien, Katar und Südkorea.

Deutschland würde sicherlich ein großartiger Gastgeber sein, dass weiß das IOC. Die wichtigste Frage bleibt, wollen wir die Jugend der Welt zu Wettspiel und zur Party einladen. Zugegeben, Feiern kostet etwas. Doch es wäre eine einmalige Chance für dieses Land und seine Menschen, etwas einfach Unvergessliches zu erleben.