Mehr Wahnsinn geht kaum! „Les Experts“, die sich drei der letzten vier Olympiasiege geholt hatten, entzaubert, 27.000 Fans in Lille zum Schweigen gebracht. Dass die deutschen Handballer seit 2016 wieder in einem olympischen Halbfinale stehen, ist der Lohn für den Mut ihres Trainers.
Manch einer im Verband wollte den Vertrag mit Alfred Gislason gar nicht verlängern. Die Olympiateilnahme wurde als Voraussetzung kurzfristig in seinen Vertrag formuliert. Wenn das die Spieler anfeuern sollte, war es eine „gute Idee“. Danach zeigten es Gislason und seine Männer jedenfalls allen Zweiflern.
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Unter Islands Ikone macht die DHB-Sieben gerade die Schritte, die nötig sind, um in der Weltklasse mitzuhalten. Da ist das Vertrauen in junge Spieler wie Torhüter Späth, U21-Weltmeister Uscins – oder als Joker in den auch erst 20 Jahre alten Marko Grgic vom ThSV Eisenach. Aber es steht auch ein stabiles Gerüst mit Keeper Wolf, Kapitän Golla oder Regisseur Knorr. Alles zusammen bildet das Geheimnis des Erfolges. So sehen Sieger aus.
In Paris hat sich unter der ruhigen Hand des Trainers eine Truppe geformt, der alles zuzutrauen ist. Sechs Tore Rückstand holten die Deutschen im Hexenkessel von Lille gegen den aktuellen Europameister auf. Während die Slowenen gegen Deutschland in der Vorrunde wohl mit Absicht verloren, um nicht auf Frankreich zu treffen, zogen Gislasons Männer nie zurück. Diese Mannschaft kennt keine Angst, überwindet alle Widerstände.
Nicht „Au revoir! Olympia“ sondern „Bonjour Medaille“ heißt es jetzt, wenn im Halbfinale der nächste Sieg folgen sollte. Und vielleicht erleben wir am Sonntag gar einen magischen Moment – wie 1980, als Torhüter Wieland Schmidt den letzten Ball der Russen hielt.




