Die Frauen von Schwarz-Weiß Erfurt haben den Spaß am Volleyball auch nach 16 Bundesliga-Niederlagen nicht verloren. Beim 0:3 (-19, -20, -15) im Thüringen-Derby beim VfB Suhl forderte der Tabellenletzte den neuen Fünften zumindest zwei Sätze lang.

Suhl spart Kräfte in der Woche - Erfurt ohne Hallenzeit für das Anschwitzen

Die Vorbereitung auf die Partie verlief höchst unterschiedlich. Die Suhlerinnen durften sich eine Woche in Ruhe auf das Derby einstellen. Erfurt musste am Mittwoch in Münster ran und konnte beim 0:3 erneut nicht punkten. „Wir mussten danach etwas Kräfte sparen“, sagte Schwarz-Weiß-Trainer Mateusz Zarczynski vor der Video-Besprechung. Ein richtiges Training mit Ball bestritten die Schwarz-Weißen nur am Freitag. Eine Hallenzeit am Samstag in Erfurt zum Anschwitzen gab es nicht. So schmetterten sich die Gäste erst eine Stunde vor der Partie richtig warm.

7:2-Blitzstart reicht nicht für Erfurter Satzgewinn

Das reichte offensichtlich. Nach sechs Minuten hörte man die „Erfurt-Rufe“ von der Fanbus-Besatzung deutlich heraus. 7:2 stand es für den Außenseiter und der immer grimmig schauende VfB-Trainer Laszlo Hollosy bat zum ersten Mal zur Auszeit. Sandbothe aufmerksam und Neuzugang Reagor (1,98 m) entschlossen - und schon stand es 11:5. Auszeit zwei, Hollosy - nun etwas lauter. Sollte tatsächlich ein Satzgewinn beim Favoriten für den Tabellenletzten drin sein?

Suhl hat keine Bremsen und gewinnt glatt 3:0

Weil die Spanierin De Paula ihre Aufschläge ins Ziel brachte, rückte Suhl aber blitzschnell zum 13:13 heran. Die Holländerin Kuipers traf zur erstmaligen Suhler Führung. Erfurt kam mit seinen Angriffsschlägen einfach nicht mehr durch. Nur Hollosys Miene blieb unbewegt.

Solche Urgewalt wie bei der 1,94 m großen Ukrainerin Artyshuk hatten die Erfurterinnen nicht im Angebot. „Der Zug hat keine Bremsen“ klang es in bester Biathlon-Manier aus den Lautsprechern und die Schwarzen-Weißen schauten dem Suhler Dampfross hinterher (23:16). Mit 25:19 brachte der VfB den ersten Satz nach Hause.

Immer wenn Suhl etwas nachließ, war Erfurt aber da. So ging auch die Startphase im zweiten Durchgang mit 6:4 an SWE. Und Erfurt hielt diesmal den Vorsprung (14:10). Als Suhl anzog, wehrte sich der Underdog, verteidigte die Führung bis zum 19:19. Dann machte der Gastgeber ernst, Erfurt wackelte und verlor 20:25.

Erneut begann SWE mit einer Führung den dritten Satz. Doch diesmal waren die Suhlerinnen schneller wach. Über ein 10:5 ging es entspannt zum finalen 25:15.