Am kommenden Freitag und Samstag findet in Istanbul das Finalturnier des Champions Cups statt. Die vier besten Rollstuhlbasketball-Mannschaften wetteifern um den Titel im bedeutendsten Clubwettbewerb Europas. Mit dabei: die RSB Thuringia Bulls aus Elxleben.

Wer sind die Gegner?

Im Halbfinale treffen die Thuringia Bulls am Freitag (20 Uhr/Ortszeit) auf Amicacci Abruzzo. Das Team aus der italienischen Küstenstadt Giulianova ist die Überraschungsmannschaft des Wettbewerbs. „Die hatte keiner auf dem Schirm“, sagt Bulls-Trainer André Bienek und beschreibt die Spielweise des Kontrahenten als „wild, schnell und deshalb so gefährlich“. Im zweiten Semifinale kommt es zu einem rein spanischen Duell zwischen Titelverteidiger Amiab Albacete und Ilunion Madrid – zwei Schwergewichte des europäischen Rollstuhlbasketballs.

Bulls-Trainer Andre Bienek (links) mit Driss Saaid.
Bulls-Trainer Andre Bienek (links) mit Driss Saaid. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Wie stehen die Chancen?

Im Halbfinale sind die Thüringer aufgrund ihrer individuellen Klasse und Erfahrung favorisiert. Klares Ziel ist es, ins Finale am Samstag (20 Uhr) einzuziehen. Dies hätte zur Folge, dass die Bulls in der kommenden Saison ein Freilos in der ersten Champions-Cup-Runde hätten und Gastgeber eines Viertelfinalturniers wären. „Es ist nicht nur sportlich ein Vorteil, in der eigenen Halle vor dem eigenen Publikum zu spielen, sondern hilft uns auch finanziell. Wir sparen damit nicht unerhebliche Reisekosten“, sagt Marketingchef Michael Engel.

Wo wird das Turnier ausgetragen?

Gastgeber des Final 4 ist der türkische Großverein Galatasaray Istanbul, der neben seinen prominenten Fußball- und Basketballteams weitere zahlreiche Abteilungen beherbergt: unter anderem Wasserball, Schwimmen, Volleyball, Leichtathletik, Tennis, Judo, Reiten und eben auch Rollstuhlbasketball. Gespielt wird im europäischen Teil der Stadt, im Jugend- und Sportkomplex „Başakşehir Gençlik“.

Thuringia Bulls holen 2018 und 2019 den Titel

Welche Erfahrungen haben die Bulls?

Seit 2017 wird der Champions-Cup-Sieger analog zu anderem Sportarten in einem Final-4-Turnier ermittelt. Und seitdem waren die Thuringia Bulls stets dabei. Das einst sie mit Ilunion Madrid, das ebenfalls immer zu den besten vier gehörte. 2018 und 2019 konnten die Thüringer den Pokal gewinnen. In den vergangenen beiden Jahren verloren sie die Endspiele jeweils dramatisch gegen Albacete (64:70, 73:77). 2022 war gegen die unbequemen Spanier vor heimischer Kulisse im Halbfinale Endstation.

Wird es Unterstützung geben?

Eine kleine, aber feine Fangruppierung der Bulls wird sich auf den Weg an den Bosporus machen. Auch Eltern, Familienmitglieder und Freunde der Spielerinnen und Spieler wollen dabei sein. Die Mannschaft soll am Donnerstagmittag in Istanbul ankommen; für den Abend ist eine Trainingseinheit angesetzt. „Ich bin gespannt auf die Atmosphäre bei den Spielen“, sagt Bienek. Er hofft, dass trotz des vorzeitigen Ausscheidens von Galatasaray auch türkische Zuschauer den Weg in die Halle finden.

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Wie sieht es personell aus?

Die Bulls können aus dem Vollen schöpfen; niemand ist krank oder verletzt. „Alle sind fokussiert und können kaum erwarten, dass es losgeht“, verrät der Ex-Nationalspieler, der nach einer titellosen Premieren-Saison als Trainer in seinem zweiten Jahr bereits den deutschen Pokalsieg feiern konnte. Mit dem Champions Cup und in der deutschen Meisterschaft ist sogar das Triple möglich.