Zum fünften Mal wird am 3./4. Mai der Sieger der EHF European League Frauen in Österreich ausgespielt. Der zweithöchste europäische Clubwettbewerb war aus dem EHF-Cup hervorgegangen. In der Saison 2016/17 ist der EHF-Cup mit dem Europapokal der Pokalsieger zunächst vereinigt worden. Und der Thüringer HC ist erneut mittendrin, zusammen mit einem dänischen Schwergewicht. Das müssen Handball-Fans zum Final-4 der European League in Graz wissen.
Seit wann ist die Endrunde in Graz zu Gast?
Insgesamt 96 Spiele sind in der Qualifikation, der Gruppenphase und dem Viertelfinale absolviert. Vier kommen noch einmal hinzu. Seit 2022 ist das österreichische Graz Austragungsort des Final-Turniers.
Wie viele Teams spielten in der Euro-League 2024/25?
Qualifiziert hatten sie 37 Mannschaften. Nantes zog seine bereits für die Gruppenphase gesetzte Mannschaft nach der Auslosung der Qualifikation zurück. Mit Blomberg/Lippe und dem Thüringer HC sind zum zweiten Mal zwei Bundesligisten unter den letzten vier. Blomberg schaffte es neben Dijon zum ersten Mal in die Endrunde. Der Thüringer HC war zusammen mit Dortmund 2023 in Graz dabei. Das Team aus Bad Langensalza wurde nach der Niederlage im kleinen Finale gegen den BVB Vierter.
Sieben Jahre, sieben Sieger, sieben Länder
Woher kamen die bisherigen Sieger?
Sieben verschiedene Vereine aus sieben Ländern haben den Wettbewerb seit der Zusammenlegung von EHF-Pokal und Pokal der Pokalsieger gewonnen: Mit Bietigheim (seit Sommer 2024 HB Ludwigsburg) gewann ein Bundesligist vor drei Jahren das damals in Viborg ausgetragene Endrunden-Turnier. Der erste Sieger nach neuem Modus hieß 2021 Neptunes Nantes. Der Sieger 2025 tritt die Nachfolge von Storhamar Handball Elite an. Die Norwegerinnen schlugen vor einem Jahr im Endspiel Gloria Bistrita-Nasaud aus Rumänien.

Welches Team besitzt die meiste Euro-League-Erfahrung?
Mit Ikast konnte ein Team der vier Endrunden-Teilnehmer 2025 bereits die Krone der European League bejubeln. 2023 gewannen die Däninnen, sie hatten im Halbfinale knapp den Thüringer HC besiegt und dann den dänischen Mitkonkurrenten Nykøbing. Der Playoff-Halbfinalist der dänischen Meisterschaft bringt ohnehin die meiste Erfahrung im Wettbewerb mit, er war 2021 und 2022 ebenfalls im Final-4 und ist das einzige Team, das beide Vorgänger-Wettbewerbe gewinnen konnte.
Wie läuft das Final-4 in diesem Jahr ab?
Im ersten Halbfinale stehen sich am Samstag die HSG Blomberg-Lippe und Ikast Håndbold aus Dänemark gegenüber (15 Uhr). Drei Stunden später (18 Uhr) wird das Halbfinale zwischen dem Thüringer HC und JDA Bourgogne Dijon Handball aus Frankreich angepfiffen. Die Verlierer beider Partien spielen am Sonntag um den dritten Platz (15 Uhr), das große Finale steigt um 18 Uhr.
Aktuelle Nachrichten zum Thüringer HC:
Wie lassen sich die Spiele am Bildschirm verfolgen?
DF1 überträgt das Halbfinalspiel des THC ab 17.45 Uhr live im Free-TV. Auch das Finale überträgt der Sender. Alle Spiele sind beim Streaming-Anbieter Dyn oder DAZN zu sehen. Dafür muss ein Abo abgeschlossen werden.
Was erwartet den Sieger und die Platzierten?
Neben dem Pokal nimmt der Sieger eine Prämie von 40.000 Euro mit nach Hause. Gestaffelt bekommt der Zweite aus den EHF-Einnahmen 30.000 Euro, der Dritte 20.000 Euro und der Vierte noch 10.000 Euro. Vor zwei Jahren war die Reise des THC nach Graz mindestens 17.500 Euro wert gewesen. Danach ist die Aufteilung der Gesamt-Ausschüttung von 100.000 Euro angepasst worden. Der Sieger bei den Männern kann sich über 100.000 Euro freuen. Eine Viertelmillion Euro wird unter den letzten vier ausgeschüttet.

Welches Team warf die meisten Tore?
Der Thüringer HC erzielte in den beiden Viertelfinalspielen 65 Tore und ist damit der Viertelfinalist mit den meisten Treffern vor Valcea und Ikast (beide 61). Das Team aus Bad Langensalza war zudem am torreichsten Spiel des Wettbewerbs beteiligt. Beim THC-Sieg gegen Larvik (43:35) fielen 78 Treffer; 72 Tore waren es beim 34:38 zwischen Sola und Valcea (34:38) und 70 beim 36:34 von Ikast gegen Valcea.
Welche Schützin darf sich Hoffnungen auf den Ball für die beste Werferin machen?
Vor zwei Jahren warf sich Annika Lott im Trikot des Thüringer HC an die Spitze der besten European-League-Werferin. Johanna Reichert besitzt beste Chancen, die individuelle Trophäe erneut nach Thüringen mitzunehmen. Mit 81 Toren seit der Gruppenphase führt die 23-Jährige die Torschützenliste vor Nieke Kühne (Blomberg/60) und Malin Holta (Sola/59) an. Als nächste Spielerinnen sind noch Stine Skogrand (Ikast/43) und Laetitia Quist (Blomberg/41) im Wettbewerb.





