THC-Geschäftsführer Maik Schenk sprach von „Betrug und Täuschung gegenüber allen anderen Mannschaften“ aus der Handball-Bundesliga Frauen (HBF). Der europäische Handball-Verband (EHF) ersetzte HB Ludwigsburg in der Champions League durch Sola HK und kündigte rechtliche Schritte an. Die HBF hat im Supercup eine Entscheidung gefällt. Durch Ludwigsburgs finanziellen Kollaps zeichnen sich schon jetzt sportlich weitreichende Folgen ab, wirtschaftliche Schäden kommen hinzu.

„Das ist eine Vollkatastrophe“, sagte Schenk speziell mit Blick auf den 30. Dezember. Ludwigsburg hätte einen Tag vor Silvester eigentlich beim Thüringer HC in der Salza-Halle spielen sollen. Der Knüller der vergangenen Jahre droht angesichts der Entwicklung beim Meister zum Minusgeschäft für den European-League-Sieger zu werden. Bei einem Ausscheiden rechnet der THC-Manager, dass dem Club allein dadurch Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich durch die Lappen gehen würde.

Ausscheiden kann sich bis zur Relegation auswirken

Ob Ludwigsburg angesichts der Etatlücke von rund zwei Millionen Euro eine spielfähige Mannschaft an den Start bringt, bleibt die beherrschende Frage in der Handball-Bundesliga. Den Spielerinnen wurde am Montag mitgeteilt, dass sie nicht mehr an ihre Verträge gebunden sind.

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THC-Rückraumspielerin Csenge Kuczora wird von Ludwigsburgs Karolina Kudlacz-Gloc (rechts) und Sofia Hvenfelt in die zange genommen. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Eine Aberkennung der Meisterschaft aus dem Vorjahr sei derweil kein Thema, teilte die HBF gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit. Dass Ludwigsburg seine Titel zurückgeben müsste, hatte THC-Trainer Herbert Müller gefordert, weil sich der Club in seinen Augen die Titel erschlichen hätte.

THC-Manager Schenk sieht unterdessen die Notwendigkeit, dass innerhalb der Liga dringend über den Modus in der nahenden Bundesliga-Saison gesprochen wird. „Aus meiner Sicht müssten die Dinge noch mal auf den Tisch gebracht werden“, sagte er. „Im schlimmsten Fall fehlen ja konkret mehr als 20 Spiele.“

Das ist die neue Mannschaft des Thüringer HC

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Die neue Mannschaft des Thüringer HC. Vordere Reihe von links: Rikke Hoffbeck Petersen, Luca Farago, Jana Scheib, Natsuki Aizawa, Torhüterin Laura Kuske, Torhüterin Christina Lövgren Hallberg, Anna Szabo, Nathalie Hendrikse, Lotta Heider, Giulia Guarieiro. Hintere Reihe von links: Manager Maik Schenk, Trainer Herbert Müller, Anika Niederwieser, Kim Ott, Josefine Hanfland, Johanna Reichert, Csenge Kuczora, Sharon Nooitmeer, Physiotherapeutin Maria Galic, Co-Trainer Helfried Müller. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Torhüterin Christina Löwgren Hallberg © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Torhüterin Laura Kuske © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Luca Farago © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Anna Szabo © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Csenge Kuczora © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Giulia Guarieiro © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Johanna Reichert © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Sharon Nooitmeer © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Nathalie Hendrikse © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Kim Ott © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Jana Scheib © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Natsuki Aizawa © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Josefine Hanfland © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Rikke Hoffbeck Petersen © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Lotta Heider © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Anika Niederwieser © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Trainer Herbert Müller © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Co-Trainer Helfried Müller © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Manager Maik Schenk © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm
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Physiotherapeutin Maria Galic © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Sollte Ludwigsburg aus dem Spielbetrieb ausscheiden, fallen 22 Hauptrundenpartien weg. Das wirkt sich erheblich auf den Spielbetrieb aus und kann sich bis in die Abstiegsrunde und die gerade erste wieder eingeführte Relegation ziehen. Im ungünstigsten Fall droht die Saison für drei Teams Anfang April zu enden.

Testpartner Podgorica sitzt auf Flugkosten

Um Fragen zum Modus aufzuwerfen, sei es aus Sicht der Handball-Bundesliga Frauen zu früh. Die Angaben ließen die Option offen, dass Ludwigsburg am Bundesliga-Spielbetrieb teilnimmt, heißt es seitens der HBF.

Klar ist, dass die Bundesliga im Falle eines Ludwigsburger Ausscheidens mit elf Teams gespielt wird. In einer ersten Konsequenz hat die HBF den Meister aus dem Supercup ausgeladen. Dass der THC dafür nachrückt und am 23. August in München gegen Blomberg-Lippe um den ersten Titel der Saison spielt, stellt die Thüringer an anderer Stelle vor Probleme. Für den Tag war in Sömmerda ein Test gegen Podgorica geplant. Der Champions-League-Teilnehmer aus Montenegro sitzt nun auf Kosten für Flüge von einigen Tausend Euro. Gastgeber HSV Sömmerda hatte eine Unterkunft gebucht und bereits Karten verkauft.

Maik Schenk ärgert sich über die Situation. „Wir haben uns hundert Mal bei Podgorica entschuldigt. Aber das hilft denen nicht. Wir finden auch keinen Ersatzgegner für sie.“