Noch am Samstag, direkt nach der Heim-Europameisterschaft auf der Erfurter Radrennbahn, reist Lena Charlotte Reißner ins Höhentrainingslager nach Livigno. Platz im Gepäck wäre für eine Medaille durchaus noch vorhanden. „Hier zu gewinnen, das ist das Ziel. Zu Hause wäre das noch viel cooler“, sagte die 24-Jährige vom SSV 1990 Gera, die zum Auftakt der Titelkämpfe im Andreasried im ersten Vorlauf der Derny-Frauen mit Schrittmacher Marcel Möbus eindrucksvoll ihre Ambitionen unter Beweis stellte.

Reißner und Bräutigam hängen Konkurrenz ab

Reißner behauptete sich knapp vor der deutschen Meisterin Messane Bräutigam und Schrittmacher Peter Bäuerlein. Die gebürtige Jenaerin, die in Rheinland-Pfalz lebt, holte hier im Juni in Abwesenheit von Reißner ihren ersten nationalen Titel bei den Derny-Frauen. Die beiden Radsportlerinnen fuhren ein hohes Tempo, kamen auf knapp 58 Kilometer pro Stunde und hängten schon nach der Hälfte der insgesamt 60 Runden auf dem 250-m-Oval die gesamte Konkurrenz ab.

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Im zweiten Vorlauf erreichte die Leipzigerin Olivia Schoppe als Vierte das Finale am Samstag, während Romy Kasper überraschend direkt dahinter das Ticket für den Endlauf verpasste. Die 37-Jährige vom SC DHfK Leipzig hatte vor wenigen Tagen Bronze bei der deutschen Gravel-Meisterschaft geholt. Eine weitere internationale Medaille wird es für die Dritte der Derny-EM von 2019 in Erfurt indes nicht geben.

Reißner wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für Derny-Rennen

Titelkandidatin Reißner dagegen geht trotz allen Ehrgeizes auch mit viel Spaß in die Derny-Rennen: „Das ist mal eine ganz besondere Art des Bahnradsports. Das nehme ich gerne mit.“ Allerdings bemängelte die Geraerin das überschaubare Starterfeld mit zehn Gespannen: „Ich würde mir wünschen, wenn die Derny-Rennen beim Verband mehr Aufmerksamkeit bekämen.“

BAHNRADSPORT I STEHER UND DERNY-EM 2025
Felix Groß hat sich als Erster des ersten Vorlaufes mit Schrittmacher Florian Podlesch für das große Derny-Finale am Samstag qualifiziert.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Bei den Derny-Männern erlebten die Zuschauer, wie sich zwei Brüder vom SC DHfK Leipzig für das große Finale um die EM-Medaillen am Samstag qualifiziert haben. Im ersten Vorlauf behauptete sich Felix Groß. Der deutsche Meister der 4000-m-Einerverfolgung beherrschte mit Schrittmacher Florian Podlesch den Vorlauf und holte Rang eins. Franz Groß fuhr im zweiten Rennen mit Marcel Möbus beim Sieg des Gespanns Moritz Augenstein/Christian Ertel (RSV Irschenberg) auf Rang drei.

Der niederländische Titelverteidiger Reinier Honig (rechts) und Lokalmatador Franz Schiewer gehören im Finale der Steher am Samstag zu den Favoriten.
Der niederländische Titelverteidiger Reinier Honig (rechts) und Lokalmatador Franz Schiewer gehören im Finale der Steher am Samstag zu den Favoriten.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Als am Abend das Flutlicht erstrahlte, eroberte Lokalmatador Franz Schiewer vom RSC Turbine Erfurt mit Schrittmacher Patrick Wolfrum im ersten Vorlauf der Steher einen deutlichen Sieg nach 100 Runden und zog vor dem niederländischen Titelverteidiger Reinier Honig ins Finale ein. Im dritten Durchgang behauptete sich mit Daniel Harnisch hinter Schrittmacher Thomas Baur auch der zweite Teilnehmer des RSC Turbine Erfurt souverän. Auch er machte klar, dass er am Samstag unbedingt in den Kampf um die EM-Medaillen eingreifen will.

Zeitplan, Samstag: 11.30 Uhr kleines Finale Derny Frauen, 12.10 Uhr kleines Finale Derny Männer, 13.20 Uhr kleines Finale Steher, 14.40 Uhr Finale Derny Frauen, 15.50 Uhr Finale Derny Männer, 17.15 Uhr Finale Steher

Wir übertragen die Rennen ab 11.30 Uhr im Livestream unter https://www.thueringer-allgemeine.de/livestreams