Im Oktober veröffentlichte Eva Lys eine Reihe von Hassnachrichten, die sie seit Jahren nach Niederlagen und Auftritten auf der Tour erreichen. Auslöser war ihre deutliche Achtelfinalniederlage beim WTA-Turnier in Tokio gegen Victoria Mboko. In ihrer Instagram-Story zeigte die 23-jährige Hamburgerin Screenshots voller Beleidigungen, sexistischer Anspielungen und expliziter Drohungen. „Tennis macht Spaß, bis es das nicht mehr tut“, kommentierte sie. Eine Nachricht lautete sogar: „Ich hoffe, das war dein letztes Match und du stirbst.“
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Besonders belastend findet Lys die Aggressionen von Wett-Fans, die ihre verlorenen Einsätze an Spielerinnen auslassen. Doch sie ist mit dieser Erfahrung nicht allein: Auch andere Profis wie Alexander Zverev kritisieren seit Langem die extremen Beschimpfungen in sozialen Medien.
Dass Online-Hass in ihrem Alltag eine Rolle spielt, ist für Lys nichts Neues. Bereits im vergangenen Herbst hatte sie öffentlich darüber gesprochen, mit Todeswünschen und Vergewaltigungsdrohungen konfrontiert zu sein – eine „uferlose Realität für Profi-Spielerinnen“, wie sie es beschreibt. In einem Interview erklärte sie, wie wichtig es sei, das Schweigen zu brechen: „Wenn man nicht darüber redet, wird sich nie etwas ändern.“
Stalking und Hassbotschaften begleiten Lys' Alltag
Inzwischen ist zu den digitalen Angriffen ein weiteres Problem hinzugekommen: Stalker. In einem Gespräch mit der Zeit berichtete Lys, dass einzelne Personen herausgefunden hätten, wo sie trainiert, in welchen Hotels sie wohnt – und sogar welche Zimmernummer sie hat. „Die waren offenbar besessen von mir. Das hat jegliche Grenze überschritten.“
Seit ihrem 16. Lebensjahr erhält sie Hassbotschaften, nach Niederlagen oft tausendfach. Detaillierte Gewaltfantasien gegen sie und ihre Familie gehören leider zum Alltag. „Ich habe alles gelesen, was man Schlimmes über sich und seine Familie lesen kann“, sagt sie. Trotzdem will sie ihre Social-Media-Kanäle nicht löschen: „Ich möchte den Hass nicht gewinnen lassen.“
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Statt sich zurückzuziehen, will Lys Bewusstsein schaffen und andere Betroffene ermutigen, offen zu sprechen: „Je mehr wir Spielerinnen darüber reden, umso größer wird der Handlungsdruck.“ Gleichzeitig betont sie, wie viel positive Resonanz sie erhält und wie sehr sie diese stärkt.
Als aktuelle Nummer 50 der Welt und beste deutsche Spielerin lässt sich Eva Lys von den Anfeindungen nicht aufhalten – weder auf ihrem Weg im internationalen Tennis noch in ihrem Einsatz gegen Hass und Bedrohungen.




