Blumen, kleine Präsente und jede Menge anerkennender Worte: Sechs Wochen nach dem glänzenden Abschneiden bei den World Games im chinesischen Chengdu würdigte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) am Dienstag gemeinsam mit Sportminister Stefan Gruhner (CDU) bei einem herzlichen Empfang in der Staatskanzlei die herausragenden Erfolge der Thüringer Sportler. Mit sechsmal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze waren Justus Mörstedt, Marek Leipold (beide Flossenschwimmen), Lena Oppermann (Rettungsschwimmen), Mia Bitsch (Karate) und Ron Pucklitzsch (Speedskating) von den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten zurückgekehrt. „Ein Riesenkompliment für diese Leistungen“, sagte Voigt am Dienstag angesichts der beeindruckenden Bilanz. Sie ließ in seinen Augen das Land glänzen.

Thüringens Stolz: Athleten glänzen als Botschafter

„Wir begreifen Sie auch als Botschafterinnen und Botschafter für das grüne Herz Deutschlands. Sie sind nicht nur Medaillengewinner, Sie sind auch Schmuckstücke für das, was unsere Heimat ausmacht“, sagte der Ministerpräsident in der Thüringer Staatskanzlei zu den Medaillengewinnern. Das grüne Herz, das die Sportler neben einem Geschenk aus Porzellan erhielten, symbolisierte diese Verbundenheit. Und vor allem symbolisierte es den Dank des Landes. Den sprach Mario Voigt zugleich denen aus, die vom Betreuer bis zum Trainer mit ihrem Einsatz hinter den sportlichen Erfolgen stehen. „Das hat sich gelohnt“, so der Landeschef.

Blick nach vorn: Karlsruhe wird 2029 zum Heimspiel

Stefan Hügel, Präsident des Landessportbundes Thüringen (LSB), sieht diese Spiele als Zeichen, wie der Sport verbindet und wie er Weltoffenheit verkörpert. Im Dank schlug er bereits einen hoffnungsfrohen Bogen in die Zukunft. In vier Jahren werden die World Games in Karlsruhe zu einem Heimspiel.

Thüringen ehrt erfolgreiche Sportler der World Games
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (rechts) im Gespräch mit den Weltrekordhaltern im Flossenschwimmen, Justus Mörstedt (links) und Marek Leipold.© TSK | Rosa Schulz

Für Justus Mörstedt sind die World Games 2029 kein Thema mehr. Der 24-jährige Weimarer hatte sich mit einem fantastischen Erfolg von seiner Laufbahn als Flossenschwimmer verabschiedet. In Chengdu gewann er Silber über 100 und 200 Meter, dazu Gold jeweils zusammen mit dem Erfurter Marek Leipold mit der 4 x 50-Meter-Staffel in Weltrekordzeit sowie der 4 x 100-Meter-Staffel. Der für die DHfK Leipzig startende Doppelweltmeister und Weltrekordhalter legt den Fokus nach vielen Erfolgen auf das Medizinstudium.

Man fühlt sich wie eine Meerjungfrau.

Lena Oppermann, Rettungsschwimmerin darüber, was sie am Flossenschwimmen sofort begeistert hat

Lena Oppermann könnte womöglich dafür sorgen, dass neben Marek Leipold die Serie an Thüringer Erfolgen nicht abreißt. Die aus Eisenach kommende Rettungsschwimmerin, die sich beim deutschen Abschneiden in Chengdu mit drei Silbermedaillen auf den Einzelstrecken und dreimal Gold in den Staffelwettbewerben abhob, hat aus Neugier schon mal ins Flossenschwimmen hineingeschnuppert und ist von dem Tauchsport als zusätzlichen Reiz neben dem Rettungsschwimmen begeistert. „Man fühlt sich wie eine Meerjungfrau“, spielte sie auf die Monoflosse an und kann sich eine Doppelrolle vorstellen. „Es hat mich direkt gecatcht.“

Auch interessant

Mit gerade 20 steht Lena Oppermann trotz großer Erfolge an der Schwelle einer großen Laufbahn. Den Empfang genoss die Eisenacherin. „Es ist ein schönes Gefühl, so wertgeschätzt zu werden“, sagte sie. Die World Games verglich sie mit Olympia. „Es war eine Ehre, das zu erleben“, meinte sie.

Thüringen ehrt erfolgreiche Sportler der World Games
Speedskater Ron Pucklitzsch und Karate-Ass Mia Bitsch zeigen mit Sportminister Stefan Gruhner ihre Medaillen.© Rosa Schulz/TSK | Rosa Schulz

Emotionale Siege: Karate-Gold und die Kraft des Sports

Die überwältigende Organisation, das weltumspannende Umfeld, die Aufmerksamkeit: „Es ist das Größte, was es gibt. Das erlebt man vielleicht nur ein-, zweimal“, sagte Mia Bitsch. „Jedes Mal, wenn ich die Medaille sehe, kommen mir die Tränen“, erzählte die große Kämpferin. Im Karate hatte sie sensationell Gold im Kumite (Freikampf) gewonnen und die in wenigen Wochen anstehende Weltmeisterschaft in Kairo (Ägypten) schon im Hinterkopf. Von der Ehrung ging es direkt mit Bruder und Bundestrainer Noah Bitsch zum anschließenden Training.

„Was wir hier heute zum Ausdruck bringen wollen, ist, wie leistungsstark Sie sind. Wie vielfältig auch der Landessportbund Thüringen aufgestellt ist“, sagte Thüringens Ministerpräsident und hob hervor, wie wichtig es ist, „dass wir als Gesellschaft den Sport unterstützen“.