Melissa Schaefer überraschte sich selbst. Im entscheidenden Rennen lief die Eisschnellläuferin vom ESC Erfurt ihre besten 3000 Meter. Lohn für die 19-Jährige im ersten Neu-Senioren-Jahr ist der erste EM-Auftritt am kommenden Wochenende in Polen. Das deutsche Aufgebot in Tomaszów Mazowiecki besitzt einmal mehr Erfurter Züge.

Mit Stefan Emele, Moritz Klein, Maximilian Strübe und Neu-Senior Tomy Nguyen als weiteren EM-Debütanten stehen vier weitere ESC-Athleten in der 13-köpfigen Mannschaft für die Wettbewerbe vom 9. bis 11. Januar in Polen.

03.01.2026, GER, Eisschnelllauf, Saison 25/26, Maenner / Frauen, Qualifikationswettkampf für ISU (International Skating Union / Internationale Eislaufunion) Europameisterschaften 2026
Tomy Nguyen (ESC) schaffte es durch gute 1000 Meter ebenso in die EM-Mannschaft.© Christian Heilwagen

Während die Konkurrentinnen Runde für Runde langsamer wurden, blieb Melissa Schaefer konstant schnell und gewann am Sonntag in Bestzeit von 4:12,70 Minuten souverän die EM-Qualifikation. „Ein tolles Ergebnis“, fand Nadine Seidenglanz. Die Sportdirektorin der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hob die Zeit als herausragende Leistung in den Qualifikationsrennen am Wochenende in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle hervor. Durch die Nominierung steht die 19-Jährige neben der EM-Premiere auch vor dem Weltcup-Debüt bei den Großen in Inzell (23. bis 25. Januar).

Während das Gros der für einen Olympia-Startplatz infrage kommenden Sportler die EM auslassen, um bis Inzell die Form weiter aufzubauen, lieferte Stefan Emele ansprechende Ergebnisse. Nachdem er die Olympia-Norm verpasst hatte, gewann er über 1000 und 1500 Meter. Für den 1000-m-Zweiten Moritz Klein bietet die EM zudem eine Chance, sich nach einer erfüllten Teil-Norm für einen Olympia-Start zu empfehlen. Eine Top-Drei-Platzierung bedeutete das Mailand-Ticket.

Zehn Sportler haben die Normen erfüllt. Ein gutes Dutzend an Namen könnte auf der DESG-Vorschlagsliste für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo stehen. Kurz vor dem Weltcup in Inzell ist die offizielle Nominierung durch den DOSB geplant.