Bei den Doppelsitzer-Besatzungen hatte das Handy bis zum Freitagvormittag noch nicht geklingelt. „Ich warte noch auf den Anruf“, sagte Dajana Eitberger. Die Thüringerin hatte mit ihrer Partnerin Magdalena Matschina die Teamstaffel am Abend zuvor sicher ins Ziel gebracht. Es war der dritte Sieg der deutschen Rennrodler bei den Olympischen Spielen in Cortina. Eitberger spielte damit auf den Fauxpas von Einsitzer-Olympiasieger Max Langenhan an.

Wie der 26-Jährige aus Ernstroda in einem Instagram-Video reumütig erzählte, wollte ihm Bundeskanzler Friedrich Merz vor wenigen Tagen persönlich gratulieren. Doch daraus wurde nichts, wie Langenhan unter dem Gelächter seiner Gold-Teamkollegen erzählte. Nach dem Einsitzer-Erfolg erschien auf seinem Handy beim Warten auf seinen Shuttle eine unbekannte Nummer. Weil er sich aber gerade ein „cooles“ Gratulationsvideo der Reality-Stars Carmen und Robert Geiss ansah und die Nummer nicht gespeichert hatte, habe er den Anruf ignoriert. „Es hat sich rausgestellt: Das war Friedrich Merz“, verriet der Doppel-Olympiasieger.

MILANO CORTINA 2026 - OLYMPISCHE WINTERSPIELE - CORTINA D’AMPEZZO - RODELN - TEAM-STAFFEL
Dajana Eitberger jubelt mit Magdalena Matschina nach dem Triumph mit der deutschen Team-Staffel.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

„Max macht halt Max-Sachen“, meinte Tobias Wendl und schüttelte schmunzelnd den Kopf. Gemeinsam mit seinem Partner Tobias Arlt ist der Doppelsitzer-Steuermann nach der siebten Goldmedaille zum erfolgreichsten Winterolympioniken avanciert. Eitberger erklärte, sie würde jeden Anruf annehmen – selbst von unbekannten Nummern: „Ich hätte viel zu viel Angst, dass ich die Dopingkontrolleure verpasse.“

Langenhan bat lächelnd um Entschuldigung: „Lieber Friedrich – äh, lieber Herr Merz. Es tut mir super leid. Vielleicht schaffen wir es in den nächsten Tagen noch einmal zu telefonieren. Ich bin auf alle Fälle stolz.“ Nun will er den Kanzler zum Rodeln einladen. Die rauschende Party im Deutschen Haus verließ er still und heimlich, um morgens Ski zu laufen. Am Samstag geht es bereits nach Hause: „Jetzt steht meine Freundin an erster Stelle.“