Statt einer Medaille blieb ihm am Ende nur die tröstende Umarmung von Ehefrau Antonia. Nach einem famosen Auftritt im 15-Kilometer-Massenstart fehlten Philipp Horn ganze zehn Sekunden, um der deutschen Biathlon-Mannschaft einen versöhnlichen Abschluss zu bescheren. Auf der Schlussrunde verlor der Oberhofer den Zweikampf um Bronze gegen den Franzosen Quentin Fillon Maillet. Den Olympiasieg in der Königsdisziplin der 30 besten Skijäger holte sich der Norweger Johannes Dale-Skjevdal. Dank einer makellosen Schießleistung verwies er seinen Landsmann Sturla Holm Laegreid auf Platz zwei. Der Silbermedaillengewinner musste wie Horn eine Strafrunde drehen.

Sportdirektor: „Passt ein bisschen zu den Spielen“
Für das deutsche Team setzte sich damit ein frustrierender Trend fort. „Es passt ein bisschen zum Verlauf dieser Spiele“, stöhnte Sportdirektor Felix Bitterling. „Philipp trifft zum Schluss ausgerechnet auf den hier mit Abstand schnellsten Läufer – und dann reicht seine Weltklasse-Leistung leider nicht.“ Wie zuvor Vanessa Voigt im Einzel und beide Staffeln landete nun auch der 31-Jährige auf dem undankbaren vierten Platz. Mixed-Staffel-Bronze bleibt damit vorerst die einzige deutsche Medaille.
Die Enttäuschung über das erneut verpasste Podium sitzt tief – doch ganz vorbei sind die Biathlon-Wettkämpfe noch nicht. Die letzte Chance, die Bilanz zu verbessern, haben die Frauen im 12,5-Kilometer-Massenstart am Samstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport). Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Voigt werden an den Start gehen. Preuß wird dabei ihr finales Karriererennen bestreiten.

Horn übernahm die Ansprache vor dem Rennen
Auch Philipp Horn wird ihnen die Daumen drücken. Er hatte sich nach seiner starken Leistung nichts vorzuwerfen. „Ich habe alles gegeben, um an ihm dranzubleiben. Mir sind Arme und Beine fast eingeschlafen. Doch er ist eine absolute Maschine und zog einfach über die Kuppe weg“, meinte Horn zum Duell mit dem Franzosen. Trotz aller Schmerzen habe er es genossen, „unter den fünf Ringen zu laufen“. Diese Erfahrung führte er auch auf eine besondere Vorbereitung zurück.
Nawrath belegt den siebten Platz
Das deutsche Team verzichtete auf die obligatorische Traineransprache und überließ dies den Athleten – allen voran Horn. Der Thüringer teilte Zettel aus. Seine Teamkollegen sollten darauf notieren, wie sie sich bei ihren jeweils besten Rennen dieser Saison gefühlt hatten. Die Athleten lasen diese Notizen anschließend laut vor. Positive Energie als Einstimmung – vor allem Horn schien sie zu beflügeln. Philipp Nawrath verbaute sich mit drei Strafrunden beim letzten Schießen ein besseres Resultat und wurde Siebter. David Zobel belegte Rang 23.



