Ja. Nein. Doch. Endlich! Der zähe Poker um die Zukunft von Nico Schlotterbeck ist beendet. Der 26 Jahre alte Innenverteidiger von Borussia Dortmund hat seinen Vertrag einen Tag vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nun doch vorzeitig verlängert. Das gab der Klub am Freitagnachmittag offiziell bekannt. Schlotterbeck unterschrieb um weitere vier Jahre bis 2031, der ursprüngliche Vertrag lief bis 2027.

Allerdings gibt es einen Makel am schwarz-gelben Happy End: Der Nationalverteidiger hat sich zugleich eine Ausstiegsklausel zusichern lassen, wie zuerst der kicker berichtete. Und die könnte schon in diesem Sommer für ausgewählte Top-Klubs greifen und soll zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen.

Weitere Verhandlungsrunden in dieser Woche zwischen dem neuen Sportdirektor Ole Book, Geschäftsführer Lars Ricken und der Spielerseite haben nach viel Wirbel in den vergangenen Wochen zur endgültigen Einigung geführt. Auch beim großen Knackpunkt, der Ausstiegsklausel. Bei der WM kann sich der Verteidiger für Top-Klubs somit schon in diesem Sommer neu empfehlen. Der BVB hat aber zumindest den Wert des Spielers langfristig gesichert.

BVB-Profi Schlotterbeck erhält Top-Gehalt

Die Freude im BVB-Lager war nach der Zusage des Top-Stars, der monatelang gezögert hatte, nichtsdestotrotz ungebrochen. Für den Sprecher der Geschäftsführung, Carsten Cramer, hat Schlotterbeck einen großen Wert „als Spieler und als Persönlichkeit. Und Nico weiß umgekehrt genauso, was er an unserem Klub hat“, sagte er. Ricken erklärte: „Unser Ziel – Klarheit bis Mitte April – haben wir erreicht. Das war mir wichtig. Nico Schlotterbeck ist ein Leader beim BVB und in der Nationalmannschaft. Wir sind absolut überzeugt, dass sich Nico bei Borussia Dortmund noch weiterentwickeln und für unseren Verein unverzichtbar werden kann. Ihm das zu vermitteln, war uns in den von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägten Gesprächen sehr wichtig.“

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Fan-Frust statt BVB-Idol: Verscherzt es sich Schlotterbeck jetzt mit dem BVB?
Echte Tiefe – den BVB verstehen
 

Schlotterbeck kam 2022 vom SC Freiburg nach Dortmund und bestritt seitdem 155 Pflichtspiele für die Schwarzgelben. Sein Gehalt wird auf über zehn Millionen Euro angehoben. Der 26-Jährige erklärte: „Ich freue mich riesig, meinen Vertrag beim BVB verlängert zu haben. Dabei habe ich mir bewusst Zeit genommen, weil es für mich eine wichtige Entscheidung ist. Wir hatten zu jeder Zeit gute Gespräche, und trotzdem war es für mich kein Prozess, der nach ein oder zwei Wochen schon abgeschlossen war. Die Verantwortlichen haben mir einen guten Plan aufgezeigt und ich weiß, was ich an dem Verein habe. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Borussia Dortmund Titel zu gewinnen.“

Nico Schlotterbeck hat langfristig beim BVB unterschrieben.
Nico Schlotterbeck hat langfristig beim BVB unterschrieben.© firo | El-Saqqa

Es sei eine „Bauchentscheidung“ gewesen, betonte Schlotterbeck. Die sportliche Perspektive, das hatte diese Redaktion stets berichtet, sei bei seiner Entscheidungsfindung stets der wichtigste Faktor gewesen. Zuletzt hatte der Klub bereits mit Felix Nmecha einen weiteren Top-Star langfristig gebunden. Die Richtung stimme.

Der Kaugummi-Poker hatte zuvor während der zurückliegenden Länderspielpause seinen Höhepunkt erreicht, als der Innenverteidiger Berichte über eine Einigung mit dem BVB vehement dementierte und dies mit dem Sportdirektor-Wechsel von Sebastian Kehl zu Book begründete. Nach seiner Rückkehr nach Dortmund setzten sich die Verantwortlichen erneut mit ihm an einen Tisch. Vor dem 2:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart standen zunächst vor allem sportliche Themen und die langfristigen Pläne der Klubspitze im Fokus. In dieser Woche wurde schließlich eine Einigung erzielt – in allen Punkten.

Der neue Sportdirektor Book erklärte: „Mit Nico haben wir einen der besten Innenverteidiger überhaupt in unseren Reihen. Sein Spiel mit dem und gegen den Ball, die Spieleröffnung, die Zweikampfführung, gepaart mit seiner Präsenz und Aggressivität auf dem Platz – all das macht ihn unglaublich wertvoll für uns. Wir sind uns sicher, dass wir zusammen mit Nico viel erreichen können bei Borussia Dortmund.“ Mit der Unterschrift kehrt nun vorerst Ruhe ein um Schlotterbeck, der aus Klub-Perspektive weiterhin das Gesicht der Zukunft werden soll und der am Samstag gegen Leverkusen wieder die Binde tragen wird. Klar ist aber auch: Das volle Vertrauen muss sich Schlotterbeck bei den vielen Fans zurückerobern.