Kurz brach es aus László Hollósy heraus, wenig später saß er wieder in Gedanken versunken auf dem Trainerstuhl. Im Gefühl eines womöglich geschichtsträchtigen Auftakttriumphes in der Finalserie blieb der Cheftrainer der Suhler Volleyballerinnen hochkonzentriert. „So ein Finale ist ein Marathon“, machte er nach dem Traumstart in das Meisterschaftsfinale gegen den Dresdner SC klar. Auf dem Wahnsinnskurs, auf dem sich sein vom Underdog zu einem ernsthaften Titelkandidaten gereiftes Team derzeit bewegt, ist das Träumen jedoch längst mehr als erlaubt.
„Natürlich denkt man daran“, malte sich Laura Berger aus, wie es denn sein würde, sollte nach dem Pokalcoup auch noch der ganz große Wurf mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gelingen. „Doch Dresden ist ein starker Gegner“, mahnte die Mittelblockerin sogleich mit Blick auf das am Samstag in der Dresdner Margon-Arena anstehende zweite Aufeinandertreffen (19 Uhr).

Suhler Selbstvertrauen wächst – aber Respekt vor dem Spitzenteam bleibt
Der Respekt vor einer weiteren Mammutaufgabe – noch dazu beim sechsmaligen Deutschen Meister – ist gerade bei der 23-Jährigen groß. Sie weiß aus erster Hand um die jahrelange Klasse des Spitzenteams. Stammt Laura Berger doch aus der Elbestadt und wuchs in der renommierten Talenteschmiede des Dresdner SC auf, ehe der Weg über die Stationen Neuwied und Straubing zum VfB Suhl führte. Spätestens seit dem 3:0 (25:22, 25:22, 25:16) am Mittwochabend ist die Vorstellung jedoch keineswegs utopisch, dass diese Suhler Formation auch den einst kaum bezwingbaren DSC hinter sich lassen kann. Von vier Aufeinandertreffen in dieser Serie haben die Suhler im DVV-Pokal-Halbfinale (3:2) und zum Auftakt des Meisterschaftsshowdowns zwei entscheidende gewonnen. Zwei weitere Siege trennen das Wolfsrudel vom vorher kaum für möglich gehaltenen Double.
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„Suhl war einfach kompakter“, sprach Dresdens Coach Alexander Waibl von einem verdienten Suhler Dreisatzsieg. Zu fehlerhaft sei seine Mannschaft anfangs gewesen. Und vor allem besaß sein Team zu wenige Optionen, dem Ausfall von Kapitänin Patricia Nestler adäquat zu begegnen. Lorena Lorber Fijok füllte die Lücke in der Defensive zwar ansprechend aus, fehlte dafür an gewohnter Stelle im Außenangriff.

Rätsel um die Libera – Fokus auf Genuss und Konstanz
„Dresden hatte einige Probleme“, relativierte Suhls Trainerfuchs Hollósy den souveränen Starterfolg deshalb etwas. In der schon ausverkauften Margon-Arena beginnt der zweite Aufschlag für ihn ohnehin bei null. „Es wird sehr schwierig“, betonte er.
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Ob die dem Vernehmen nach angeschlagene Libera zurückkehrt oder weiter ausfällt, stellt für den Ungarn eine der entscheidenden Unbekannten in dieser Finalserie dar. Bange muss ihm angesichts der Machtdemonstration in eigener Halle jedoch nicht sein. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen und eine positive Rückmeldung“, erklärte der 49-Jährige und ruft für die nächsten Vergleiche aus: „Wir müssen jede Minute genießen.“

Kapitänin Laakkonen verlängert vor Suhler Machtdemonstration
Die heimischen Fans in der ausverkauften Wolfsgrube taten das am Mittwoch in vollen Zügen. Dass Kapitänin Roosa Laakkonen bis 2027 verlängerte, begeisterte auf den Rängen. Das Spiel danach mehr noch. Mit gewaltiger mentaler Energie in der Crunchtime holten sich die Wölfinnen um MVP Mackenzie Foley unter den Augen von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die ersten beiden Sätze und zeigten ihre kollektive Stärke danach derart, dass Dresden im dritten Satz fast schon chancenlos wirkte.
„Es ist erst ein Spiel vorbei“, warnte Hollósy im Wissen, dass sich sein Team gerade am Limit bewegt. Es gehört aber auch zum Besten, was die Volleyball-Bundesliga gerade zu bieten hat.




