Seit knapp 20 Jahren ist der RSC Turbine Erfurt die sportliche Heimat von Gerd Gessler. Aber selbst nach seinem Rücktritt als Schrittmacher ist der 71-Jährige seiner Leidenschaft eng verbunden. Zum Saisonstart auf der Radrennbahn Andreasried fungierte er beim Sparkassen-Grand-Prix zum ersten Mal als Sportlicher Leiter.
Gessler und Uslar sind die neue sportliche Führung
„Was hier für eine Arbeit geleistet wird und welcher Zusammenhalt herrscht, das habe ich nirgends so erlebt“, hatte Gessler in der vergangenen Saison nach 43 Jahren bei seinem Abschied nach den deutschen Meisterschaften in Erfurt als Liebeserklärung an den Club gesagt. Nun hilft er in der Organisation mit: „Ich mache das, um dem RSC Turbine etwas zurückzugeben.“

Die Aufgabe als Sportlicher Leiter teilt sich die Schrittmacher-Legende mit dem einstigen Thüringen-Rundfahrt-Gewinner Steffen Uslar. Der Trainer sowie Vizepräsident des RSC Turbine Erfurt übernahm mit Gessler die Aufgabe von Jörg Werner, der sich künftig voll und ganz auf die Arbeit mit dem vor einem Jahr gegründeten German Junior Racing Team konzentrieren will.
Ich mache das, um dem RSC Turbine etwas zurückzugeben.
Gerd Gessler, neuer Sportlicher Leiter der Erfurter Stehherennen
„Die Premiere in dieser Funktion war ziemlich aufregend. Gerd hat mir sehr geholfen, weil er ja die Fahrer und die Abläufe seit Jahren genau kennt“, sagte Steffen Uslar. Er ist froh, dass im Sommer die Erfurter Bahn 18 Jahre nach dem Umbau einen neuen Fahrbahnbelag erhalten wird. Bund, Land und Stadt stellen dafür zusammen knapp eine Million Euro zur Verfügung. „Die Sanierung ist wichtig, weil durch die Witterung der Belag abgefahren ist. Mit neuem Untergrund haben die Radsportler einen ganz anderen Halt“, sagte Uslar.
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Gessler kam nach seinem Rücktritt gerne aus dem heimatlichen Ribnitz-Damgarten wieder nach Erfurt. Denn mit jener Bahn verbindet er den emotionalsten Moment seiner Karriere. Im September 2018 eroberte er hier unter dem Jubel der Fans mit dem zurückgetretenen Franz Schiewer den EM-Titel: „Als wir damals im Finale ganz nach vorne gefahren sind, hat uns eine Viertelstunde eine La-Ola-Welle getragen. Das war der Wahnsinn.“
Am 4. September lockt das Goldene Rad der Stadt Erfurt
Durch die Erneuerung der Bahn in diesem Sommer wird es zur Saison 2026 nur noch ein weiteres Rennen geben. Am 4. September lockt das Goldene Rad der Stadt Erfurt die Fans. „Dann werden neben den Stehern auch wieder die Frauen zu Derny-Rennen antreten und ihre Bühne bekommen“, sagte Präsidentin Nicole Zierenner vom gastgebenden RSC Turbine Erfurt.
Sie stellte für das Jahr 2027 dann auch wieder eine dritte Veranstaltung in Aussicht. „Wir werden schauen, wie die Rennen in diesem Jahr gelaufen sind. Aber tendenziell wollen wir in Zukunft wieder drei Veranstaltungen organisieren“, sagte die RSC-Präsidentin.




