Der Kreisfußballausschuss Westthüringen hat aufgrund der letzten Spielabbrüche nun ein deutliches Zeichen gesetzt. In einem am Dienstagabend an alle Vereine übermittelten Offenen Brief kündigte der Vorstand an, alle Fußball-Männerspiele auf Kreisebene für das kommende Wochenende (15. bis 17. Mai) abzusetzen.

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Nach der am Sonntag abgebrochenen Partie zwischen der SG Ruhla und dem FC Eisenach (unsere Zeitung berichtete) sprach sich der Vorstand des KFA für diese Entscheidung aus. „Dieser Vorfall stellt den bisherigen Höhepunkt einer erschütternden Entwicklung dar. Seit Jahren spüren wir eine zunehmende Verrohung der Sitten auf unseren Sportplätzen. Dass eine gewisse Emotionalität unseren Sport prägt und schon immer geprägt hat, ist allen bewusst. Wir alle wünschen uns umkämpfte Spiele, die mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut geführt werden. Leider wird seit geraumer Zeit immer häufiger genau diese Grenze des Erlaubten überschritten. Beleidigungen, Diskriminierungen und Gewalthandlungen halten Einzug auf unsere Sportplätze – Entwicklungen, die der KFA Westthüringen aufs Schärfste verurteilt. Besonders unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter stehen dabei häufig im Fokus solcher Taten, obwohl allen bewusst sein sollte, dass es ohne sie keinen Spielbetrieb geben kann. Der Schutz der Schiedsrichter stand und steht für uns stets an oberster Stelle“, ist dem Brief zu entnehmen.

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Entschluss war keine einseitige Entscheidung und stellt auch keinen Boykott dar.

Der Schiedsrichter-Obmann des KFA Westthüringen, Martin Falk.
Martin Falk, Schiedsrichter-Obmann des KFA Westthüringen

„Der Entschluss war keine einseitige Entscheidung und stellt auch keinen Boykott dar, sondern war ein Konsens von uns allen und wurde zusammen getroffen. Wir haben die Vor- und Nachteile abgewogen, wissen auch, dass somit 99 Prozent der fairen und engagierten Leute getroffen werden. Aber wir mussten diese Entscheidung treffen, um aufzuwecken“, sagt Martin Falk, Schiedsrichter-Obmann im KFA Westthüringen.

Restliche Spiele finden mit STOPP-Einsatz statt

Der Spielbetrieb des Nachwuchses, der Frauen sowie der Alten Herren wird – insbesondere mit Rücksicht auf die stattfindenden Pokalfinalspiele der Junioren in Unterbreizbach – wie geplant fortgeführt. Bei allen Spielen des Nachwuchses, der Frauen und der Alten Herren wird der Schiedsrichter das Spiel mit Beginn der 10. Spielminute durch das Zeigen des „STOPP-Signals“ für exakt fünf Minuten unterbrechen. Alle Spieler haben sich während dieser Zeit in ihre Strafräume zu begeben, während der Schiedsrichter im Mittelkreis verbleibt.

Obwohl auch bei den Junioren einige Spielabbrüche zu verzeichnen waren, verzichtete man hier auf die Absage. „Wir wollten den Kindern und Jugendlichen nicht ihre Saison zunichtemachen, da die Pokalendspiele anstehen. Das sollte nicht unser Ansinnen sein“, so Falk.