Sebastian Hinze musste grinsen, als die Frage an den Berliner Trainer-Kollegen Nicolej Krickau kam. Wie der ThSV Eisenach den Füchsen mit dem 41:38 (17:14) vielleicht bei der Vorbereitung auf das Final 4 der Champions League (13./14. Juni in Köln), wo es zunächst gegen Magdeburg geht, geholfen habe. Von der Intensität seien solche Bundesliga-Spiele vergleichbar, meinte der Däne. „Aber Eisenach ist schon was Besonderes, von der Art, wie sie spielen. Es ist immer ein fantastisches Erlebnis, hier zu sein. Eisenachs Fighting Spirit war beeindruckend. Von uns war es sicher nicht perfekt, aber scheißegal“, sagte Krickau zutiefst erleichtert über die wichtigen zwei Punkte in Thüringens Handball-„Hölle“.

ThSV Eisenach nach Rückstand teilweise wie im Rausch gegen Füchse Berlin

Der ThSV hatte, unterstützt von lautstarken 2850 Fans, in der Werner-Aßmann-Halle wieder einmal ein großartiges Heimspiel hingelegt. Vom 15:20 kurz nach der Pause drehte Eisenach wie im Rausch die Partie zum 29:28 mit Walz‘ irrem Treffer. Bis neun Minuten vor Schluss waren Felix Aellen und Co., auch dank toller Paraden von Matija Spikic, noch auf zwei Tore am hohen Favoriten dran. „Doch dann haben wir zu viele Bälle weggeworfen“, meinte der ehrgeizige Schweizer Aellen selbstkritisch. Keeper Spikic sagte: „Um gegen ein solches Team zu gewinnen, reicht eine sehr gute Leistung nicht. Da wäre ein perfektes Spiel nötig gewesen.“

Starke 24 Treffer in der zweiten Hälfte gegen Berlin

Aber mit 24 Treffern gegen ein hochkarätiges Königsklassen-Team in der zweiten Halbzeit durfte man nicht enttäuscht sein. „Trotz der 41 Gegentore agierte auch unsere Abwehr viel stärker als zuletzt“, ergänzte der brandgefährliche Kreisläufer Tillman Leu. „Es war einfach ein geiles Handballspiel“, fand Oskar Joelsson. Der Schwede erzielte mit acht Toren, die meisten für den ThSV, der von den Fans mit dem sonst nur für Siege vorbehaltenen Rennsteiglied belohnt wurde.

29.05.2026, GER, Handball, Maenner, Saison 25/26, Daikin 1.Bl, 30.Spieltag, ThSV Eisenach - Fuechse Berlin
Stephan Seitz (ThSV Eisenach/hinten Felix Aellen) stoppt entschlossen Max Darj (Füchse Berlin).© Christian Heilwagen

„Wir haben in der Woche überragend gearbeitet. Bereit, trotz personeller Sorgen, den nächsten Schritt zu machen. Ich bin stolz auf die Leistung, aber auch ein bisschen traurig“, kommentierte Coach Hinze die nicht mit Punkten belohnte Top-Leistung. Hinze nannte den Eisenacher Kampfgeist „eine Kultur“. „Dafür braucht es Typen, die bereit sind, jeden Tag zu arbeiten“, sagte Hinze und verglich sein Team mit Berlin als Vorbild.

Der Mannschaft gab der Trainer als Dankeschön frei bis Montag. Dann steht die harte Schlusswoche in der Handball-Bundesliga mit dem Auswärtsspiel am Donnerstag (19 Uhr) in Flensburg und dem Abschluss am Sonntag (15 Uhr) zu Hause gegen Hamburg an. Seine Männer werden nicht nachlassen. Darauf kann Hinze sich verlassen.