Familie Garthof wusste erstmal gar nichts vom großen Coup des Juniors, als man sich am Sonntagvormittag vor Regen und Sturm in Sicherheit brachte. Aber auf dem Ergebniszettel stand Ben Garthof aus Kassel, 15 Jahre, tatsächlich auf Gesamtrang drei beim 18. Kyffhäuser-Turmtreppenlauf.

Die Garthofs waren zu Besuch bei der Oma in Sondershausen und verbanden die Reise mit den 306 Stufen auf das berühmte Denkmal bei Bad Frankenhausen. Ben gilt als großes Talent, gewann gerade die 5 km beim Kyffhäuser-Berglauf, wurde Zweiter bei seinem ersten Halbmarathon beim Kanonenbahnlauf in Lengenfeld unterm Stein in starken 1:22 Stunden. „Ich hole ihn längst nicht mehr ein“, meinte sein Vater Jens, der beim Treppenlauf unter 34 Finishern guter Sechster wurde.

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Als Family-Run machten die Garthofs aus Kassel mit Vater Jens, Ben (sensationell Gesamt-Dritter) und Theo beim 18. Kyffhäuser-Turmtreppenlauf mit.© Dirk Pille

Titelverteidiger Michael Sturm verpasste seinen Rekord von 2024 mit 1:20,20 Minuten nur um gut zwei Sekunden. „Ich war vorige Woche noch etwas krank und jage auch keine Rekorde. Ich bin eher Waldläufer“, sagte der 33 Jahre alte Athlet vom Saalfelder SV, der zum dritten Mal am Kyffhäuser antrat und sich zehn Sekunden vor Lars Migge aus Luxemburg durchsetzte.

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Mit Anlauf ging Titelverteidiger Michael Sturm aus Saalfeld ins Rennen beim 18. Kyffhäuser-Turmtreppenlauf.© Dirk Pille

Trotzdem haben Sturm und die anderen im weißen Trikot von Towerrunning Germany das Treppenlaufen ins Herz geschlossen. Vier der 23 Cup-Rennen muss der Rudolstädter Faserforscher bestreiten, um in die Wertung zu kommen. Gegründet hat Franz Maier den Towerrunning-Verein 2011. Der 63-Jährige aus Nußloch bei Heidelberg ist gleich mit seiner Frau und den zwei mitlaufenden kleinen Töchtern angereist, um Treppen zu rennen. „Wir sind das erste Mal hier. Ich will an all unseren Towerrunning-Läufen mal teilnehmen. Der Kyffhäuser Berglauf-Verein um Andreas Kichner hat alles prima organisiert. Und zu sehen gibt es hier am Kyffhäuser wirklich viel“, sagte Maier.

Nadine Georgi kämpft sich trotz Höhenangst auf den 57-Meter-Turm

Bei den Frauen siegte Katrin Bienias (Kyffhäuserland) vor den Youngstern Isabella Kirchner (Sondershausen) und Emma Kraft (Oldisleben). Auch Nadine Georgi aus Bilzingsleben kämpfte sich trotz Höhenangst tapfer auf den 57 Meter hohen Turm. „Es war das dritte Mal. Dabei habe ich erst 2021 mit dem Laufen begonnen und nun renne ich schon Marathons wie in Berlin oder beim Rennsteiglauf. Nächste Woche geht es nach Neubrandenburg“, freut sich die Verkäuferin.

Ältester Teilnehmer mit 78 Jahren kommt aus Leipzig

Ältester Teilnehmer war Paul Schneegaß aus Leipzig. Der 78 Jahre alte Oldie spurtete 2:28 Minuten und wurde immerhin 18. im Feld der 23 Männer und Jungen. Schneegaß hatte noch eine Anekdote parat. „Ich war mit 60 Jahren mal schneller als ein Olympiasieger“, meinte der rüstige Sachse grinsend. Nils Schumann war 2000 bei der Premiere 1:41 Minuten gesprintet. Schneegaß schaffte 2008 eine Bestzeit von 1:38.

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Heiko Wenzel von der Freiwilligen Feuerwehr im unterfränkischen Heigenbrücken griff beim 18. Kyffhäuser-Turmtreppenlauf in voller Montur das Denkmal an.© Dirk Pille

Premiere feierte Martin Sander aus Berlingerode im Eichsfeld, der nach Jahrzehnten endlich seiner Kyffhäuser-Neugier nachgab. Auch Daniel Greiner, der Ultra-Trail-Champion vom SV Sömmerda, wollte erstmals auf den Kyffhäuser-Turm sprinten. Mit seinem Sohn Paul (12 Jahre), der trotz Wadenproblemen antrat und starker Gesamt-Achter wurde, verpasste Greiner als flotter Vierter das Podest nur knapp.

15-Jähriger überrascht die Elite beim Kyffhäuser-Turmtreppenlauf

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