Erst hatte Speerwerfer Thomas Röhler im April in Nairobi die 83-Meter-Marke nach sieben Jahren geknackt, jetzt trat der Olympiasieger von 2016 erstmals wieder mit der Weltklasse in der Leichtathletik-Diamond-League an. In Rabat/Marokko schleuderte der 31 Jahre alte Thüringer vom LC Jena sein Gerät auf 81,61 Meter.
Platz vier hinter den Stars der Szene bei Diamond League
Mit der im ersten Versuch erzielten Weite verpasste Röhler das Podest als Vierter zwar um knapp einen Meter, war aber dennoch hochzufrieden. „Mein Körper ist in Topform, ich weiß, was ich tue, aber beim Speerwurf zählt jedes Detail. Der vierte Platz ist völlig in Ordnung“, erklärte Röhler auf dem Portal leichtathletik.de. Vor dem Europameister von 2018 landeten mit Doppel-Weltmeister Anderson Peters (Grenada/86,08 m), Aufsteiger Rumesh Tharanga (Sri Lanka/85,97 m) und dem amtierenden Weltmeister Keshorn Walcott (Trinidad & Tobago/82,52 m) drei aktuelle Stars der Szene.
Als bester Europäer beim Meeting in Rabat mit EM-Chancen
Röhler war mit seinem Wurf in Rabat bester Europäer, liegt mit seiner Saisonbestleistung von 83,33 m auf Rang fünf in der Europa- und Platz elf der aktuellen Weltrangliste. Ergebnisse mit Signalwirkung im Jahr der Leichtathletik-EM in Birmingham (10. bis 16. August). „In Europa sind die Weiten aktuell nicht ganz so stark. Da ist mit über 83 Metern bei Meisterschaften immer etwas im Finale möglich“, sagte Röhler in einem Gespräch mit dieser Zeitung im April. Die Norm für die EM (83,00 m) hat der Jenenser bereits abgehakt.
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Nach sehr schweren Zeiten mit Rückenschmerzen und einer langwierigen Borreliose (Zeckenerkrankung) ist Röhler nun seit fast zwei Jahren schmerzfrei und kehrt langsam in alte Weitenbereiche zurück. „Es wäre schade gewesen, nach all den schwierigen Jahren nicht zurückzukommen, denn es macht mir immer noch riesigen Spaß“, plant der Routinier weiter Richtung Olympia 2028 in Los Angeles. Am kommenden Donnerstag darf Röhler wieder um Geld werfen. In Rom ist er bei der nächsten Diamond-League-Station eingeladen. Und vielleicht ist dann sogar das Podest drin.
Hindernis-Mann Ruppert läuft als erster Europäer unter 8 Minuten
Für eine Topzeit sorgte Frederik Ruppert in Rabat mit seinem Europarekord über 3000 m Hindernis. In 7:57,80 min blieb der Tübinger als erster Europäer unter acht Minuten. Der alte Europarekord des Franzosen Mahiedine Mekhissi aus dem Jahr 2013 lag bei 8:00,09 Minuten. Der Sieg beim spannenden Wettkampf in Marokko ging an den Marokkaner Soufiane El Bakkali (7:57,25), der knapp vor Ruppert gewann. „Es ist unglaublich, als erster Europäer die Acht-Minuten-Schallmauer durchbrochen zu haben“, sagte Ruppert. „Es ist daher ein großartiges Gefühl, wenn sich all diese harte Arbeit endlich auszahlt.“




