Am Freitag trifft Kay Stumper in Erfurt ein – gut gelaunt und in der Hoffnung auf den nächsten großen Wurf. Die Thüringer Landeshauptstadt ist seit letztem Jahr der Ort einer der größten Erfolge des jungen Bundesligaspielers vom Post SV Mühlhausen. In der Messehalle krönte sich der 23-Jährige im Vorjahr mit einem knappen 4:3 über Fan Bo Meng. Und so steht die große Frage im Raum: Schafft es Stumper, seinen Erfolg zu wiederholen?

Topbesetzung macht das Unterfangen schwer

Der in Karlsruhe geborene Rechtshänder gibt sich bescheiden. „In diesem Jahr verfügt das Turnier nahezu über Topbesetzung. Da wird es deutlich schwerer, zu gewinnen. Aber andererseits kann jeder gegen jeden gewinnen, alles ist möglich. Ich war schon zweimal in Erfurt und habe immer ganz gut gespielt. Schön wäre es, wieder eine Medaille zu erspielen. Viel hängt von der Tagesform ab“, sagt Stumper.

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Soll es am Ende einen Platz auf dem Podest geben, müsste der Postler allerhand Medaillenkandidaten bezwingen. Nachdem im Vorjahr einige Absagen die Qualität etwas abfallen ließen, ist nun bei den Herren alles an Bord, was Rang und Namen hat. Mit Dang Qiu, Benedikt Duda, Patrick Franziska, Dimitrij Ovtcharov und Andre Bertelsmeier reist die komplette Nationalmannschaft an. Franziska etwa holte mit dem 1. FC Saarbrücken das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League, wartet aber noch auf einen Einzelsieg bei den Deutschen Meisterschaften.

Tischtennis
In der Tischtennis-Bundesliga schlägt Kay Stumper für den Post SV Mühlhausen auf.© Christian Habel

Eben jene hat Stumper gewonnen. Dass ihm das viel bedeutet, daran lässt der Postler keine Zweifel. „Sie hat einen sehr hohen Stellenwert für mich. Ich habe den Pokal noch bei mir. Was da für Namen draufstehen, ist pure Geschichte – einige Namen sind gefühlt fünfmal so alt wie ich“, sagt er.

Verletzungen in den Griff bekommen

Der Bogen von der Historie zum Hier und Jetzt spannt sich durch das am Samstag für Stumper beginnende Turnier. Die Mixed-Konkurrenz lässt er wie das Doppel aus und konzentriert sich vollkommen auf die Einzelkonkurrenz. Es dient auch dem Schutz vor etwaigen Verletzungen. Denn in der abgelaufenen Bundesligasaison hatte der 23-Jährige immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. „Durch den Tennisarm konnte ich mitunter kaum trainieren, da lief es nicht so gut. Doch trotz der Verletzung habe ich am Ende eine gute Bilanz gespielt und gute Leistungen gebracht“, sagt er.

Mit Eigenblut- und Stoßtherapien wurden die Probleme gelindert. „Zu 95 Prozent ist das okay“, sagt Stumper, der mit einem erneuten Sieg auch Historisches für Thüringen schaffen könnte. War sein Stammverein im Vorjahr noch Borussia Düsseldorf, würde der Titel diesmal nach Mühlhausen gehen.