Zwei Leichtathletik-Titelkämpfe, zwei finale Chancen auf die WM-Norm: Selbst zu den letzten erhofften Versuchen, um doch noch durchstarten zu können, kommt es für das Thüringer Lauftalent nicht mehr. Nach vielversprechenden Ergebnissen in der Halle musste der deutsche U18-Meister über 800 Meter und EYOF-Sieger Andor Schumann infolge eines Infekts im Frühjahr die Saison abbrechen.

Vom Sonderstartrecht bei den am Freitag in Bochum-Wattenscheid beginnenden deutschen Meisterschaften der U18 und U23 macht der Erfurter Mittelstreckler vom Race-Team keinen Gebrauch. Auch in der Startliste der U20-Titelkämpfe am darauffolgenden Wochenende, ebenfalls in Bochum-Wattenscheid, wird der 18-jährige Erfurter fehlen.

Landestrainer und Olympiasieger ziehen die Reißleine

„Es macht keinen Sinn. Es wird uns nicht mehr gelingen, in die Saison hereinzukommen, wie wir es uns erhofft haben. An der Stelle müssen wir Andor schützen“, begründete Landestrainer Enrico Aßmus die gemeinsam mit dessen Vater, Olympiasieger Nils Schumann, getroffene Entscheidung. Beide trainieren am Bundesstützpunkt Erfurt den „Newcomer des Jahres 2025“, der infolge eines Infekts (Pfeiffersches Drüsenfieber) im April mehrere Wochen komplett pausieren musste.

Bis zuletzt hofften alle, den Ausfall und Muskelabbau ausgleichen und eine Topform auch mit Blick auf die U20-Weltmeisterschaft im August aufbauen zu können. Womöglich hätte Andor Schumann die begehrte WM-Norm für den internationalen Saisonhöhepunkt in Eugene (USA) noch bei einem der Starts in Bochum-Wattenscheid schaffen können. Ein Risiko wollten die Trainer aber nicht eingehen. „Am Ende war es zu wenig Zeit“, sagte Enrico Aßmus. Stattdessen soll im August wieder mit dem Aufbau begonnen werden, um bei den nationalen Titelkämpfen und der U20-EM erfolgreich sein zu können.