Es sollte eine erfolgreiche Familienstory werden. Ada und Karl Junghannß aus Erfurt waren bei der Leichtathletik-EM für die Marathon-Premiere nominiert. Doch dann musste der Bruder kurzfristig passen. Beschwerden am Bein konnten bei Junghannß bis zum Start in Birmingham am Samstag nicht auskuriert werden.
Ada Junghannß mit langem Marathon-Atem auf Rang neun
„Ich hätte gern den Wettkampf zusammen mit meinem Bruder bestritten. Aber leider konnte er nicht starten,“ sagte Junghannß auf leichtathletik.de. Doch Ada, der nur hintere Plätze zugetraut wurden, sammelte im Rennverlauf eine Geherin nach der anderen ein. Am Ende stand ein toller neunter Platz für die 21-Jährige vom Erfurter LAC in 3:40:37 Stunden.
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, was die Zeit und die Platzierung angeht. Denn die Strecke war nicht einfach, man musste beim Belag immer aufpassen, dass man nicht stolpert. Die ersten anderthalb Stunden war es mit den Halbmarathon-Gehern recht chaotisch. Da musste man mehr als sonst aufpassen“, sagte Junghannß nach ihrer gelungenen Premiere bei einem Großereignis der Aktiven.

Dramatik um disqualifizierten Geher Leo Köpp beim Halbmarathon
Noch mehr Pech als Karl Junghannß hatte Leo Köpp (Potsdam) auf der Halbmarathon-Strecke. Der 28-Jährige aus Konstanz wurde kurz nach der Rennhälfte nach dem vierten Regelverstoß disqualifiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Köpp auf Platz zwei gelegen und war auf dem Weg nach vorn. „Ich habe gar nichts mitbekommen, ich habe nicht einmal die dritte Gelbe Karte gesehen und konnte so meine Technik nicht korrigieren“, sagte der frustrierte Köpp im ZDF. Gold nach 21,0975 km sicherte sich der spanische WM-Dritte Paul McGrath in 1:23:23 Stunden.
Im gleichzeitig gestarteten Rennen über die Marathon-Distanz schaffte es Christopher Linke nach Blasen und Fersenproblemen sowie einem Schuhwechsel in die Top 10, der Vize-Europameister von 2022 verpasste als Achter mit deutschem Rekord von 3:03:50 h eine Medaille um rund dreieinhalb Minuten. Der EM-Titel ging an Tokio-Olympiasieger Massimo Stano aus Italien (2:56:49/Europarekord).



