Der FC Carl Zeiss Jena hat im Aufstiegsrennen der Fußball-Regionalliga Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig unter Druck gesetzt. Während die Leipziger im Spitzenspiel am Samstag den Halleschen FC empfangen, löste der FCC bereits am Freitagabend seine Pflichtaufgabe gegen den abstiegsbedrohten Greifwalder FC mit 2:1 (0:1) durch einen späten Treffer von Timon Burmeister (90. + 4).

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FCC mit offensivem Ansatz gegen abstiegsbedrohte Norddeutsche

Die Saalestädter veränderten ihre Startformation gegenüber dem 2:0-Erfolg beim BFC Preussen auf drei Positionen. FCC-Coach Volkan Uluc wählte wie angekündigt einen etwas offensiveren Ansatz, brachte Patrick Weihrauch, Alexander Prokopenko und Timon Burmeister von Beginn an. Auf der Gegenseite schickte Gästecoach Björn Lipfert mit Bastian Strietzel, Lukas Lämmel und Soufian Benyamina drei Ex-Jenaer ins Spiel, um den Favoriten wie beim 3:3 im Hinspiel mindestens einen Punkt abzuknöpfen.

17.04.2026 FC Carl Zeiss Jena vs. Greifswalder FC
Greifswalds Bastian Strietzel (Dritter von rechts) hat Gesprächsbedarf mit Schiedsrichterin Miriam Schwermer nach dem Elfmeterpfiff für den FC Carl Zeiss.© Thomas Weigel

Strietzel, einst Kapitän beim FCC, hob besonders die stabile Verteidigung der Greifswalder hervor. Die Gäste von der Küste machten in der Tat geschickt die Räume eng. Die Hausherren kamen durch einen Kopfball von Emeka Oduah dennoch schon nach sechs Minuten zur ersten Chance.

Ex-Jenaer Benyamina bringt Gäste mit Traumtor in Führung

Danach passierte zunächst nicht viel, bis Jena Benyamina zu viel Platz gab. Der mittlerweile 36-jährige Kapitän der Gäste zog halbrechts von der Strafraumkante einfach humorlos ab und traf sehenswert in den Winkel. Der FCC lag 0:1 hinten (17.). Die Antwort der Gastgeber folgte in der 22. Minute, als Burmeister nach einer Ecke den Ball noch einmal gen Strafraum flankte, von wo aus er in Ping-Pong-Manier am Pfosten der Greifswalder landete, aber eben nicht im Tor. In der 35. Minute prüfte Jena-Spielführer Nils Butzen Jakub Jakubov im Gäste-Tor, doch sonst taten sich die Uluc-Mannen schwer, eine Lücke gegen die dichtgestaffelte Greifswalder Abwehr zu finden. Bezeichnend: Maxim Hessel verschoss einen Elfmeter, den David Vogt mit einem Foul an Kevin Lanford verursachte, kurz vor der Pause. So blieb es beim 0:1 nach 45 Minuten.

17.04.2026 FC Carl Zeiss Jena vs. Greifswalder FC
Jans Malik Talabidi (links) springt höher als Greifswalds Osman Atilgan.© Thomas Weigel

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: Der FC Carl Zeiss rannte zunächst vergeblich aufs Greifswalder Tor an. Uluc gab noch einmal den Spielern eine Chance, die in den ersten 45 Minuten nicht überzeugen konnten. Die hätten in der 51. Minute dann sogar fast das 0:2 quittieren müssen, als Benyamina plötzlich allein auf Marius Liesegang zulief, diesmal aber knapp verzog.

Der FCC blieb vor 7122 Zuschauern in der Offensive dagegen zunächst weiter blass. Der zuletzt so formstarke Oduah war komplett abgemeldet, Prokopenko dribbelte sich immer wieder fest. Letzterer musste wenig später vom Feld. Für ihn kam Manasse Eshele und traf wenig später zum Ausgleich. Nachdem sich zwei Greifswalder gegenseitig behinderten, zog Sören Reddemann ab, schoss versehentlich Eshele an, von dem aus der Ball glücklich zum 1:1 ins Tor abprallte (65.).

FCC-Schlussoffensive wird belohnt

Jena wollte jetzt unbedingt den Siegtreffer erzielen, rannte aufs Greifswalder Tor an. Doch den Hausherren lief die Zeit davon. Oduah ließ eine hervorragende Kopfballchance liegen (87.). Als alle schon mit einem Remis rechneten, kam Burmeister in buchstäblich letzter Minute und traf zum späten Sieg.