Der tränenreichen Abschiedsankündigung am Tag davor folgte ein echter „Tag der Freude“, sagte Justin Schau unmittelbar nach dem 1:0-Sieg im Endspiel des Thüringer Fußball-Landespokals gegen den ZFC Meuselwitz am Sonnabend. Denn beim FC Carl Zeiss Jena stand vor allem einer im Mittelpunkt: „Schaui“. Und es gab keinen, der dem 27-Jährigen, der seine Karriere als Profi-Fußballer aus gesundheitlichen Problemen beenden muss, diesen Moment nicht gegönnt hätte.
Fans feiern Schau und danken ihm für seinen Einsatz
Alle standen sie dabei und freuten sich mit, wie Justin Schau von den Fans gefeiert wurde. Spruchbänder, Sprechchöre, eine Tanzeinlage vor der Kurve: „Ich habe als Mensch viel richtig gemacht, wenn ich so viel positives Feedback bekomme.“ Als er nach einer wieder einmal tadellosen Vorstellung in der 87. Minute ausgewechselt wurde, erhoben sich die 10.564 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld für einen, der stets sein Herz auf dem Platz gelassen hat und als ein Fußballer in Erinnerung bleiben wird, der keinen Zweikampf scheute, auch wenn es noch so wehtat.

Zur Krönung bekam Justin Schau nach der Begegnung von Nils Butzen und Physiotherapeut Fabian Carnarius eine spezielle Kapitänsbinde überreicht und durfte den Pott als Erster den Fans präsentieren. Dass es gleichzeitig sein siebenter Landespokal-Erfolg mit dem FCC war, mache diesen Abschiedstag zusätzlich für ihn „unvergesslich. Ich bin jetzt der Einzige, der sieben Mal mit dem FCC den Landespokal gewinnen konnte.“ Damit stieg er in den Olymp der Rekordpokalsieger als Spieler auf, dem zuvor nur noch René Eckardt angehörte. Der holte den Cup ebenfalls sieben Mal, einmal mit Meuselwitz und sechsmal mit Jena.
ZFC-Kapitän Eckardt kann sich vorstellen, in Meuselwitz zu bleiben

Der ZFC-Kapitän hätte sich freilich ein anderes Ergebnis gewünscht. „Wir haben es in einem Moment nicht gut verteidigt“, spielte René Eckardt auf das Solo von Kevin Lankford kurz vor der Pause an. Den anschließenden präzisen Pass des „Man of the Match“ verwertete Manassé Eshele zum 1:0 (45. + 3). „So kurz vor der Pause ist das extrem bitter“, ärgerte sich Eckardt und sah darin so ein bisschen ein Spiegelbild einer für den ZFC verkorksten Saison. Ob es in der neuen Spielzeit in der Regionalliga oder der Oberliga weitergeht, könnte Eckardt wieder dabei sein. „Ich habe dem Verein meine Bedingungen genannt, da gab es ein gutes Feedback. Diese Bedingungen sind nicht an die Liga geknüpft“, verriet er.
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Und Justin Schau: Der wird mit seiner Freundin jetzt nach Dresden ziehen. Dass die beiden an der Elbe ihren künftigen Lebensmittelpunkt sehen, stehe schon seit Jahren fest. Ab 1. Juli will Schau dann am liebsten einen neuen Job antreten, auch wenn der noch gefunden werden muss. Aktuell steht er kurz vor dem Abschluss seines Kindheitspädagogik-Studiums, „danach sehen wir weiter“. Dem Fußball wird er unterklassig treu bleiben, wenn auch hier noch nicht feststehe, wo. Mit einer Gewissheit kann er sich verabschieden: Er wird immer einen Platz in den Herzen der FCC-Fans haben.




